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Bevölkerung soll beim Projektwettbewerb Luppmenpark mehr mitreden können

Eine Woche vor der Gemeindeversammlung informierte der Hittnauer Gemeinderat über den Projektwettbewerb für die neuen Alterswohnungen. Diskussionen gab es vor allem in Sachen Mitwirkung.

Im Hittnauer Luppmenpark soll Wohnraum für die ältere Bevölkerung geschaffen werden. , Bis 2013 wurde in der Villa Spörri noch ein Altersheim betrieben.

Archivfoto: Fabio Meier

Bevölkerung soll beim Projektwettbewerb Luppmenpark mehr mitreden können

Wie soll man einen Baurechtsvertrag aufgleisen, wenn man gar nicht weiss, was auf dem Grundstück überhaupt machbar ist? Dieser Problematik will der Hittnauer Gemeinderat mit einer Anpassung im Zeitplan für den Bau der Alterswohnungen im Luppmenpark entgegentreten. Er plant, das Grundstück im Baurecht der Genossenschaft Alterswohnen Luppmenpark (GAL) abzugeben.

 «Bisher war beabsichtigt, zunächst die Landübertragung an die GAL abzuwickeln und erst anschliessend den Projektwettbewerb durchzuführen», sagte Bauvorstand Carlo Hächler (FDP) am Montagabend an der Informationsveranstaltung im Hittnauer Kirchgemeindehaus. Neu ist beabsichtigt, den Projektwettbewerb vorzuziehen, um «keine Zeit zu verlieren».

Entschädigung für Planerteams

Die Ausarbeitung eines Projektwettbewerbs ist Bestandteil des Gestaltungsplans Luppmenpark, den die Gemeindeversammlung im letzten September genehmigt hatte. «Damit ist die Frage nicht ob, sondern wann wir diesen Wettbewerb veranstalten», sagte Hächler. Der dafür nötige Projektierungskredit, über den die Hittnauer Gemeindeversammlung am nächsten Montag entscheidet, ist auf 245‘000 Franken angesetzt. Die Kosten werden durch den Emil-Spörri-Fonds gedeckt, der – ohne Rechnungsabschluss 2019 – einen Saldo von rund 520‘000 Franken aufweist.

Das Projekt werde öffentlich ausgeschrieben, eine Jury wähle aus den eingegangenen Bewerbungen vier bis sechs Planerteams aus, die dann konkrete Projektvorschläge ausarbeiten. «Indem wir die Planerteams für ihre Arbeit entschädigen, erhoffen wir uns eine rege Teilnahme am Wettbewerb», sagte Gemeindepräsident Christoph Hitz (parteilos).

Das sind die Rahmenbedingungen für die neuen Alterswohnungen

17.09.2019

Hittnauer genehmigen Gestaltungsplan

Der lang ersehnte Grundstein für die geplanten Alterswohnungen im Luppmenpark ist gelegt. Beitrag in Merkliste speichern Die FDP Hittnau hatte bereits im Vorfeld angekündigt, einen Änderungsantrag zur Jury zu stellen: «Die FDP verlangt eine paritätisch zusammengesetzte Jury, welche nebst den Vertretern aus Gemeinde und GAL zusätzlich mit Delegierten der Ortsparteien und lokaler Interessensgruppen erweitert wird.» Die Initiative «Mehr bezahlbare Wohnungen» vom 9. Februar habe gezeigt, dass das Bedürfnis nach subventioniertem Wohnungsbau nicht genügend bestehe. «In der Gemeinde Hittnau war der Nein-Stimmenanteil über 70 Prozent», führte FDP-Ortspräsident Jonathan Mischler an der Informationsveranstaltung aus.

«Schwierige und wichtige Diskussion»

Ein Input, der Vertretern der GAL gar nicht passte. «Es geht hier um die Umsetzung eines Stiftungszweckes, nicht um die Diskussion um sozialen Wohnungsbau!» Um ein weiteres Hickhack zu vermeiden, schritt Gemeindepräsident Hirzel schnell ein. «Es ist noch nicht klar, in welcher Form die Meinung der Bevölkerung abgeholt werden soll, doch heute geht es alleine um die Entscheidung, ob der Wettbewerb jetzt durchgeführt werden soll», sagte er. «Der Rest ist eine schwierige und wichtige Diskussion um das für Hittnau nötige Ja für den Baurechtsvertrag an der Urne zu erhalten.»

Diese Abstimmung sei frühestens im ersten Quartal 2021 möglich. Der Projektwettbewerb sei ein wichtiger Bestandteil, um die Machbarkeit des Projektes zu beurteilen sowie den Landwert zu bestimmen, führte Hächler an. Dabei würden noch keine Richtlinien festgesetzt, wie viel das Bauprojekt kosten dürfe, sondern was überhaupt gebaut werden soll.  

«Wir werden die Jury nicht erweitern. »

Carlo Hächler (FDP), Bauvorstand

Da es beim Anforderungskatalog für den Projektwettbewerb um mehr als «nur Häuser», sondern um die Entwicklung des ganzen Areals gehe, nehme man jegliche Inputs gerne entgegen. Hier stellte sich SVP-Ortspräsident Ralf Krummenacker hinter die FDP: «Die Bevölkerung muss intensiv mitarbeiten können, damit das Projekt nicht Schiffbruch erleidet.» Auf erneute Nachfrage von Jonathan Mischler stellte Carlo Hächler klar: «Wir werden die Jury nicht erweitern, aber den Prozess für die Mitwirkung öffnen.»

Aufgrund dieser Rückmeldungen werde die FDP Hittnau ihren Antrag auf Anpassung der Jury zurückziehen, sagte Mischler nach der Veranstaltung. «Aber wir werden den Gemeinderat beim Wort nehmen, dass die Bevölkerung auf eine andere Art der Beteiligung miteinbezogen wird.»

Eine lange Geschichte

Kurz vor seinem Tod 1968 gründete der Fabrikant Emil Spörri eine Stiftung mit dem Zweck, in seiner Villa ein Altersheim für die Hittnauer einzurichten. Betrieb und Unterhalt der Anlage bereiteten der Stiftung jedoch schon bald finanzielle Probleme, sodass sie 1989 aufgelöst und ihr Eigentum in den Besitz der Gemeinde überführt wurden. Das Altersheim in der Villa musste 2013 aus betrieblichen Gründen geschlossen werden. Im gleichen Jahr wurde die Genossenschaft Alterswohnungen Luppmenpark (GAL) gegründet, mit dem Ziel als Ersatz zeitgemässe Alterswohnungen zu bauen. Ein erstes Wettbewerbsprojekt konnte nicht umgesetzt werden, da ein Gutachten zum Schluss kam, dass die verschiedenen Schutzinteressen auf dem Areal zu wenige berücksichtigt werden. Daraufhin startete die Genossenschaft ein Gestaltungsplanverfahren, das in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege und verschiedenen kantonalen Ämtern ausgearbeitet wurde. Über diesen Gestaltungsplan wird nun entschieden.

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