Felix Gubler sitzt in seinem Wohnzimmer in Hermatswil, einem Pfäffiker Weiler. Der 56-Jährige schüttelt den Kopf, als könnte er selber nicht glauben, was er erzählt. «Ich hatte immer ein wenig Pech, was meine Arbeitsstellen angeht», sagt er. «In den vergangenen Jahren wurde ich zwei oder drei Mal entlassen, aufgrund von Umstrukturierungen und Firmenschliessungen.»
«Nach eineinhalb Jahren bekam ich starke Hüftprobleme, weswegen ich schliesslich aus der Firma geschmissen wurde.»
Felix Gubler
Er habe aber jedes Mal wieder Anschluss in der Arbeitswelt gefunden – vor acht Jahren war sogar sein Traumjob dabei, wie er sagt. «Ich fand eine Anstellung als Maschinist in der Sonderabfallverwertung in Obfelden. Da hat es mir unglaublich gut gefallen.» Doch dann der Schock: Die Firma machte den Standort dicht, nur noch jene in Basel und Luzern sind in Betrieb. Umziehen oder pendeln kam für Gubler nicht in Frage. «Der Anfahrtsweg war zu lang und ein Umzug hätte mich und meine Familie aus unserer Heimat gerissen. Das wollte ich nicht.»
Voller Einsatz trotz Schmerzen
Glücklicherweise habe er dann durch Vitamin B einen Job in einem Kieswerk erhalten. Doch der Schein vom Neuanfang trügte: «Ab da ging es erst richtig bergab. Nach eineinhalb Jahren bekam ich starke Hüftprobleme, weswegen ich schliesslich aus der Firma geschmissen wurde.»
Begründet wurde dieser Entscheid damit, dass er wegen gesundheitlichen Einschränkungen nicht die volle Leistung bringen könnte. Geglaubt hat Gubler das nie so ganz, er habe trotz Schmerzen immer vollen Einsatz gegeben. «Das positive Feedback von Kunden und anderen Mitarbeitern bestätige mir dies.» Er habe es irgendwann aufgegeben, sich gegen die Kündigung zu wehren. «Einen Job nur auf Biegen und Brechen zu behalten, war nicht mein Ziel.»

