«Wie es aussieht, befindet sich kein Igel mehr im Winterschlaf. Das ist bedenklich», sagt Bernhard Bader mit einem Seufzer. Er ist Geschäftsleiter des Vereins Pro Igel Schweiz mit Sitz in Russikon. Der zu milde Winter sei schuld an dieser Situation. «Die Wärme lässt die Igel erwachen. Futter finden die Tiere jedoch noch keines, Insekten und Spinnen sind noch nicht wirklich aktiv.»
«Gezieltes Zufüttern ist mehr als erwünscht.»
Bernhard Bader, Geschäftsleiter Pro Igel Schweiz
Damit die Igel trotzdem überleben, sind sie momentan auf die Hilfe der Bevölkerung angewiesen. «Gezieltes Zufüttern, zum Beispiel mit Katzenfutter, ist mehr als erwünscht», so Bader. Dabei gebe es aber einige Dinge zu beachten. «Man darf einem Igel erst Futter hinstellen, wenn sicher ist, dass er sich im Garten aufhält.»
Das Tier würde dann vom Geruch angelockt und das bereitgestellte Schälchen leerfressen. Dieses soll man danach wieder in die Wohnung nehmen und auswaschen. «Stellt man einfach über die ganze Nacht Futter in den Garten, werden andere Tiere darauf aufmerksam. Dadurch werden Krankheiten und Parasiten verbreitet.»
Hat sich ein Igel daran gewöhnt, an einem Ort gefüttert zu werden, kehrt er gemäss Bader auch dorthin zurück. «Ich hörte schon von Fällen, wo sich der Igel lautstark auf sich aufmerksam machte, als das Futter nicht zur gewohnten Zeit bereitgestellt war.»

