Tenniscrack Roger Federer überbaut derzeit sein Grundstück in der Kempratner Bucht, die Arbeiten schreiten voran. Allerdings hat sich dabei gezeigt, dass das Grundstück mit Ziegel- und Mauerabfällen kontaminiert ist. Für diese Sanierung reichte Federer ein weiteres Gesuch bei der Stadt Rapperswil-Jona ein - dagegen ging eine Einsprache ein. Der Verein Rives Publiques hatte diese eingereicht, Mitunterzeichnerin ist die Alt-Kantonsrätin der Grünen Silvia Kündig aus Rapperswil-Jona. Diese Einsprache wird jedoch zurückgezogen, wie auf Anfrage bestätigt wird.
Das ist aber nicht per se eine gute Nachricht für Tenniscrack Federer. Denn der Rückzug erfolgt, weil die Gewässerschutzorganisation Aqua Viva ebenfalls eine Einsprache einreichte. Das hatte sie bereits nach Bekanntwerden der Pläne in Betracht gezogen und ein Gesuch um Fristverlängerung eingereicht. Grund für die Einsprache ist gemäss Geschäftsführer Hans peter Steinmetz, dass die Gesuchsunterlagen für die Altlastensanierung sehr lückenhaft waren. «Im Gewässer und im Uferbereich kann eine Altlastensanierung eine gewisse Gefährdung darstellen.» Mit der Einsprache wolle man den Schutz des Gewässers und des Uferbereichs sicherstellen. Werde die Einsprache gutgeheissen, würden die Behörden gewisse Auflagen machen. Falls die Gesuchsunterlagen ergänzt würden, wäre eine genauere Beurteilung der Altlastensanierung möglich, sagt Steinmetz.
«Eine gewisse Gefährdung»
Die Vereinigung Aqua Viva ist nach eigenen Angaben die Nummer 1 in der Schweiz für Umweltbildung am Wasser - und sie hat das Verbandsbeschwerderecht, was der Einsprache mehr Gewicht verleiht.
Bei der Stadt Rapperswil-Jona war wegen der Fasnacht niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Beim Ersteinsprecher Rives Publiques hiess es auf Anfrage, dass man die eigene Einsprache aufrechterhalten hätte. Da nun aber eine Naturschutzorganisation die Einsprache gegen die Altlastensanierung einreichte, habe man sich für den Rückzug entschieden, so der Präsident von Rives Publiques, Victor von Wartburg. Damit hat Federer das Game gegen Rives Publiques aber noch lange nicht gewonnen. Denn dem Verein geht es in Rapperswil-Jona wie auch in der restlichen Schweiz darum, durchgehend öffentliche Seewege durchzusetzen. Rives Publiques will dafür die allgemeine Einhaltung des Artikels 664 ZGB durchsetzen. «Und im zur Debatte stehenden Fall auch die spezifische Einhaltung des Richtplans aus dem Jahr 2002, welcher vom Bundesrat 2003 genehmigt wurde.» Konkret geht es um die Erstellung des Seeuferwegs von der Kempratner Bucht bis Feldbach. «Diese werden wir nun mit gezielten politischen Interventionen angehen», so von Wartburg. Zudem will er von den Behörden wissen, ob alle Eigentümer - nicht nur Federer - nach dem Bundesentscheid von 2003 zum Richtplan darüber informiert wurden. «Denn an diesem Ufer muss gemäss Richtplan seit 2008 ein durchgehender öffentlicher Seeuferweg bestehen», sagt von Wartburg.

