Selten muss ein Gemeinderat beim Entscheid über eine Einbürgerung in den Ausstand treten. Etwa bei Familienmitgliedern ist dies der Fall. Aber auch, wenn es um die eigene Einbürgerung geht. So geschehen vor kurzem gleich vierfach in Pfäffikon: Gemeindepräsident Marco Hirzel (SVP), Sozialvorstand Lukas Weiss (Grüne), Werkvorstand Alex Kündig (EVP) sowie dessen Frau Monika Kündig wurde das Bürgerrecht von Pfäffikon erteilt. «Da haben wir natürlich die Regeln eingehalten und bei den Abstimmungen reihum den Raum verlassen», erzählt Hirzel.
Seit 2001 entscheidet in Pfäffikon der Gemeinderat über Einbürgerungsgesuche. Vor Inkrafttreten der Kantonsverfassung von 2006 durften zudem nur Gemeindebürger über die Vergabe des Bürgerrechts entscheiden. «Deshalb musste damals eine Mehrheit des Gemeinderates das Bürgerrecht besitzen», sagt Hirzel. «Noch früher war es Usus, dass Gemeinderäte nach ihrer Wahl automatisch eingebürgert wurden.» Eine Tradition, die auch in vielen anderen Gemeinden gelebt wird.
Brauch ging in Vergessenheit
Gemeindeschreiber Hanspeter Thoma hatte den Anstoss dazu gegeben, diesen Brauch wieder aufleben zu lassen. «Ein eigentlicher Entscheid gegen diese Praxis wurde nie gefällt», so Thoma. «Aber da in der vorletzten Amtsperiode alle Gemeinderäte bereits Pfäffiker Bürger waren, ging sie irgendwie unter.»

