Ich bin ein Fan des Vereinswesens. Darum interessieren mich Artikel wie «Verkehrsverein Wila so gut wie am Ende» oder «Der Turnverein Wila ist ‹auf und davon›». Widersprüchlicher könnten diese beiden Titel im «Tössthaler» vom 28. Januar das Vereinsleben kaum darstellen. Wie steht es denn um das Vereinsleben?
2006 waren 80 Prozent der Einwohner der Schweiz Mitglied in einem Verein, 2014 noch 67 Prozent. Interessanterweise ist der Anteil der aktiven Mitglieder wenig stark zurückgegangen, von 58 auf 53 Prozent. Aber auch hier zeigen die Zahlen des Freiwilligenmonitors der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG) einen abnehmenden Trend.
Schaut man sich noch die erbrachten Leistungen in Stunden pro Monat an, sinkt diese von 14 Stunden pro Monat im Jahr 2006 auf 11 im Jahr 2014. Leider gibt es dazu keine aktuelleren Zahlen. Aber wir alle wissen, dieser Trend läuft weiter in diese Richtung. Weniger Mitglieder, weniger aktive Mitglieder und weniger Zeit, welche für die freiwillige Arbeit in den Vereinen aufgewendet wird.
«Die wenigen verbleibenden Mitglieder sind stärker gefordert, die zeitliche Beanspruchung steigt.»
Dies hat konkrete Auswirkungen im Vereinsleben. Händeringend werden Vereinsmitglieder, Vorstandsmitglieder oder Freiwillige gesucht. Vereine mit langer Tradition geben auf. So entsteht ein Teufelskreis: Die wenigen verbleibenden Mitglieder sind stärker gefordert, die zeitliche Beanspruchung steigt, es wird zur Last, noch dabei zu sein. Ein Rückzug als Passivmitglied oder gar ein Austritt ist die Folge. Es sind noch weniger da, welche die Arbeit tragen müssen.

