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Zentralisierung des Sozialdienstes gescheitert

Der Sozialdienst wollte in Pfäffikon grössere Räume beziehen. Sämtliche Bezirksgemeinden und rund 70 Prozent der Stimmbürger erteilten diesem Plan eine Abfuhr.

Akute Platzprobleme beschäftigen Vorstandsmitglieder Barbara Schmid und Iwan Hubschmid noch länger.

Laura Hertel

Zentralisierung des Sozialdienstes gescheitert

Der Sozialdienst Bezirk Pfäffikon muss seinen Traum vom geplanten Umzug begraben. Die Idee war an der Urne in sämtlichen Bezirksgemeinden chancenlos: Das Resultat hätte kaum eindeutiger ausfallen können. Der Vorschlag des Sozialdienstes Bezirk Pfäffikon (SDBP) wird an der Urne von allen Bezirksgemeinden sowie von über zwei Dritteln der Stimmbürger abgeschmettert. Die Platzprobleme des Sozialdienstes bleiben also vorerst bestehen.

Der Sozialdienst plante den Umzug und die Zentralisierung des Zwecksverbands von den drei bisherigen Standorten in Pfäffikon und Effretikon in eine grössere Liegenschaft an der Sophie-Guyer Strasse 9 in Pfäffikon. Dazu hätten die Mehrheit der Bezirksgemeinden sowie die Mehrheit aller gültigen Stimmzettel einem jährlich wiederkehrenden Kredit von 320‘000 Franken zustimmen müssen.

Vor der Abstimmung hatten sich unter den Pfäffiker Bezirksparteien lediglich die SVP und die GLP gegen den Antrag des Sozialdienstes ausgesprochen: Sie fanden das Projekt zu teuer, zu risikoreich und zu gross dimensioniert. Die RPK hatte zuvor aus denselben Gründen empfohlen, den Antrag abzulehnen. Die übrigen Parteien begrüssten das Begehren des Sozialdienstes hingegen in ihren Stellungnahmen. Ausschlaggebend waren vor allem die prekären Platzbedingungen und die stetig steigende Anzahl Fälle, die der Sozialdienst Pfäffikon übernimmt.

In Bauma fiel das Urteil besonders harsch aus: Auf nicht einmal 23 Prozent der gültigen Stimmzettel fand der geplante Umzug Anklang. Auch in den anderen Gemeinden blieben die Ja-Stimmen weit abgeschlagen. «Das Gesamtprojekt Sophie-Guyer Strasse ist jetzt passé», sagt Barbara Schmid (SVP), Präsidentin des Verbandsvorstands.

Den grössten Stimmenanteil erreichte der Vorschlag mit 38 Prozent in Illnau-Effretikon – ausgerechnet in der Gemeinde, die ihren bisherigen Standort durch die im Vorschlag angestrebte Zentralisierung verloren hätte. Das erstaunt Schmid allerdings ebenfalls nicht: «Illnau-Effretikon ist städtischer und hat weniger konservative Wähler, deshalb war ein solches Ergebnis zu erwarten.»

«Dieses Ergebnis überrascht mich nicht.»

Barbara Schmid, Präsidentin des Verbandsvorstands

Insgesamt ist Schmid trotz der ernüchternden Resultate nicht allzu enttäuscht: «Uns erreichten im Vorfeld bereits viele Gegenstimmen, das Projekt sei zu teuer. Deshalb überrascht mich dieses Ergebnis nicht.» Insbesondere von der SVP sei viel Gegenwind gekommen: Die Partei habe sich öffentlich mehrfach gegen den Vorschlag des Sozialdienstes ausgesprochen und so möglicherweise viele Stimmberechtigte zum Nein an der Urne mobilisiert, so Schmid. Ebenfalls ausschlaggebend für die Niederlage sei wohl die Ablehnungsempfehlung der RPK Pfäffikon gewesen, welche im Bezirkshauptort eine besonders starke Gewichtung gehabt habe.

«nicht gründlich durchgelesen»

«Viele sehen in erster Linie die Kosten, empfinden diese als zu hoch und fällen dann bereits ihr Urteil, ohne zu wissen, wie sich die Kosten genau zusammensetzen», sagt Schmid. In den Abstimmungsunterlagen sei alles aufgeführt gewesen, die Leute hätten diese aber womöglich nicht gründlich durchgelesen. Der Sozialdienst selber machte keine Werbung – Schmid zufolge hätte diese ohnehin nicht unbedingt viel genützt.

Ungewisse Zukunft

Die fertigen Baupläne werden also verworfen. Einen Plan B gibt es laut Schmid aber noch nicht. Der Verbandsvorstand habe bislang nur auf die Abstimmung hingearbeitet und im Vorhinein noch nicht nach Alternativen gesucht. Die Problematik bleibt aber weiterhin bestehen. Dass der Sozialdienst aufgrund der prekären Platzbedingungen und der steigenden Nachfrage einen neuen Standort anpeilen müsse, sei deshalb klar – alles Weitere wisse man aber noch nicht. Schmid sagt: «Wie es mit dem Sozialdienst weitergeht, müssen wir uns in den nächsten Sitzungen überlegen.»

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