Langsam kauert sich Thomas Wiesmann neben die grossen Holzkästen im Ustermer Lehrbienenstand. Vorsichtig hebt er den Riegel an, stets darauf bedacht, keine Vibration zu verursachen. «Die Bienen haben das nicht gerne», erklärt der Imker. Ein leises Summen erklingt. Die geöffnete Tür gibt den Blick frei auf eine ganze Reihe von Waben. Während ein paar vereinzelte Tiere am Rand herumkrabbeln, hat sich das restliche Volk zu einem Pulk zusammengeschart, zur sogenannten Wintertraube.
In dieser Formation halten sich die Tiere gegenseitig warm, wie Wiesmann erklärt. «Sie heizen nur das Zentrum ihrer Traube.» Und das auf gut 20 bis 24 Grad Celsius. Die Energie dafür nehmen sie aus ihren Honigvorräten. «Die darin gespeicherten Kohlenhydrate brauchen sie, um ihre Flügelmuskulatur vibrieren zu lassen und so Wärme zu erzeugen.»
Milde Tage bieten Abwechslung
Auf die Frage, ob das warme Klima der letzten Wochen ein Problem für die Bienen darstellen würden, reagiert Wiesmann mit einem Lächeln. «Bienen sterben nicht, wenn der Winter wärmer ist.» Auf den Jahreszyklus der Tiere habe das keinen Einfluss, da sich dieser an der Sonne und nicht an der Temperatur orientiere.
«Die Temperaturverschiebungen sind kein Problem für die Bienen.»
Thomas Wiesmann, Imker

