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Auf Sparflamme dank Schneemangel

Der Januar 2020 gehört an vielen Orten zu den sonnigsten seit Messbeginn. Sind die Schneepflüge und Salzstreufahrzeuge demnach im Winterschlaf? Züriost hat in drei Gemeinden des Bezirks Pfäffikon nachgefragt.

In diesem Jahr musste in den Oberländer Gemeinden noch nicht oft auf den Salzvorrat zurückgegriffen werden.

Archivfoto: Susanne Weiss

Auf Sparflamme dank Schneemangel

Das lange Warten auf den Schnee hält an. In der Stadt Zürich konnte man sich diese Woche wenigstens über Industrieschnee freuen. Dieser entsteht bei besonderen Wetterlagen, wenn die Feuchtigkeit aus Nebeldecken direkt an Partikeln in der Luft gefriert. Im Flachland fällt der Blick hingegen weiterhin auf grünbraune Wiesen.

Für die Gemeinden bedeutet der fehlende Schnee aber nicht automatisch eine grosse Kosteneinsparung. «Wir haben Verträge mit Subunternehmern, die für den Winterdienst besorgt und darum stets auf Pikett sind», sagt René Iten, Leiter des Pfäffiker Bauamtes. Diese Verträge verursachen Grundkosten von rund 120‘000 Franken – egal ob es schneit oder nicht. «In besonders harten Wintern sind die Kosten auch schon auf rund 400‘000 Franken angewachsen. In der Regel bewegen wir uns aber im Bereich von 260‘000 Franken.»

SRF-Meteorologe Gaudenz Flury erklärt im Beitrag vom Mittwochmittag das Phänomen Industrieschnee: 

Da sich das Pfäffiker Gemeindegebiet von 540 bis 800 Meter über Meer erstreckt, sei man jeweils mit verschiedenen Situationen konfrontiert. «Im Dezember musste im höher gelegenen Weiler Hermatswil tatsächlich einmal der Schneepflug ausrücken, auch wenn die Schneemenge sehr überschaubar war», sagt Iten. Auch gesalzen wurde in den höheren Lagen bereits drei Mal, etwa bei starkem Nebel.

Am Ende entscheidet der Strassenmeister

«Meist erhalten wir eine Meldung vom Kanton bezüglich der Strassenverhältnisse», so der Leiter des Bauamtes. Diese Messungen würden mit detaillierteren Instrumenten vorgenommen, als es sie in Pfäffikon gibt. «Aufgrund diesen Ergebnissen schätzt unser Strassenmeister dann die Situation ebenfalls ein und entscheidet, ob ausgerückt wird oder nicht. Die Verantwortung liegt schliesslich bei uns.»

In den letzten vier Wintern habe man jeweils zwischen 104 und 157 Tonnen Salz verstreut. In diesem Winter erst fünf. Eine Prognose will René Iten darum nicht wagen. «Wobei im Winter 16/17, als es bis Ende der Saison 157 Tonnen waren, bis zum Jahreswechsel auch erst 7 Tonnen Streusalz verwendet wurden.»

Aufwand auf 15 Prozent gesunken

In der Stadt Illnau-Effretikon konnten die Schneepfluge bisher in der Garage bleiben. «Eine Schneeräumung war bisher auf dem ganzen Stadtgebiet nicht nötig», sagt Sascha Gonser, Leiter Unterhaltsbetrieb. Auf den Strassen wurde hingegen schon Salz verstreut und auf den Trottoirs die Salzlösung Flüssigsole verteilt. «Dabei mussten wir aufgrund der Wetterlage auch schon im Zentrum salzen, dafür gleichzeitig im höher gelegenen Kyburg nicht – und umgekehrt», sagt Gonser. 

Das Strassennetz der Gemeinde Bauma erstreckt sich sogar bis auf 915 Meter über Meer. So habe man etwa in Sternenberg die Strassen auch schon von Schnee befreien müssen. «Im Dorf wurden zudem kritische Punkte wie etwa Brücken gesalzen», sagt Robert Sturzenegger, Abteilungsleiter Tiefbau und Werke.

«Unser Streusalz hat kein Ablaufdatum.»

Robert Sturzenegger, Abteilungsleiter Tiefbau und Werke Bauma

Der Aufwand für den Strassendienst sei im Vergleich zu einem «normalen» Winter auf rund 15 Prozent gesunken. Trotzdem müsse die Lage stets überwacht werden. Noch bis Mitte April ist ein Pikett-Dienst aktiv. «Vielfach kommt im Februar und März noch einmal eine grosse Schneemenge», sagt Sturzenegger. «Es wäre darum falsch, aufgrund dieser Momentaufnahme schon Schlüsse auf den ganzen Winter zu ziehen.» 

In der nächsten Woche ist zwar Niederschlag prognostiziert, doch die Temperaturen werden gleichzeitig steigen. Robert Sturzenegger: « Auch wenn die grosse Schneemenge nicht mehr kommen sollte: Unser Streusalz hat kein Ablaufdatum.»

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