Herr Baumberger, ein viel gehörtes Argument der Projektgegner ist: Das Mehrzweckgebäude kostet viel, und es profitieren nur ein paar wenige Vereine.
Hans-Rudolf Baumberger: Ich will Sport und Kultur nicht gegeneinander ausspielen, aber von einem Fussballplatz oder der Eishalle profitieren auch nicht alle Vereine. Eine Stadt wie Dübendorf, die den drittniedrigsten Steuerfuss im Oberland hat, kann sich eine gute Infrastruktur für Sport und für Kultur leisten.
Paul Steiner: Da kann ich sogar zustimmen: Dübendorf kann sich den Bau leisten. Das Problem ist, dass uns das Ganze wegen der Folgekosten in den nächsten 30 Jahren über 20 zusätzliche Millionen Franken kosten wird. Damit belasten wir künftige Generationen, die allein für die Erweiterung und Sanierung von Schulanlagen Hunderte Millionen Franken werden zahlen müssen.
Zu den Personen
Hans-Rudolf Baumberger (76) hat Anfang der 1980er Jahre die Initiative für ein Kultur- und Begegnungszentrum Obere Mühle lanciert. Er sass von 1979 bis 1990 für die SP im Dübendorfer Gemeinderat und präsidierte diesen 1984/85. Von 1990 bis 1998 amtete Baumberger als Stadtrat, er war zuständig für Tiefbau und Planung. Später war er Stiftungsrat der Oberen Mühle. Seine zuletzt besuchte kulturelle Veranstaltung war eine Kabarettvorstellung – in der Oberen Mühle.
SVP-Gemeinderat Paul Steiner (64) hat als Mitglied der Dübendorfer Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission (GRPK), beziehungsweise der zuständigen Unterkommission das Projekt Mehrzweckgebäude über Jahre begleitet. Steiner sitzt seit 2014 im Parlament, 2018/19 war er Präsident des Gemeinderats. Seine letzte kulturelle Veranstaltung besuchte er im Zürcher Opernhaus.

