«Wir singen unsere Stücke und dänn höseled mer wider abe»
Ginge es nach dem Bundesrat, stünde das Jodeln bereits heute auf der Liste des immateriellen Unesco-Kulturerbes. Dass diese Schweizer Tradition in den nächsten Jahren diesen Platz erhalten wird, hofft auch René Zimmermann, Präsident des Jodelchörli am Pfäffikersee. Im Gegensatz zu anderen Vereinen, die mit schwindenden Mitgliederzahlen zu kämpfen haben, steigt in Pfäffikon die Anzahl Mitsänger stetig weiter an.
«Heute muss man sich nicht mehr verstecken oder schämen, wenn man auch in jungen Jahren in einem Jodelchor mitsingt», sagt Zimmermann. In den letzten Jahren habe der Gesang durch musikalische Produktionen von etwa Gölä und Trauffer massiv an Popularität gewonnen.
Mittlerweile gibt es sogar Musical-Produktionen, die sich ganz dem Jodel verschreiben. Die «Jodel Musical Freunde» feierten etwa vor zwei Jahren die Premiere ihres Erstlings «Stilli Zärtlichkeite». Bei der Tournee durch die Schweiz durfte jeweils eine regionale Jodelgruppe auf der Bühne mitwirken. So auch das Jodelchörli am Pfäffikersee.
Erste Probe kurz vor dem Auftritt
Am 8. und 9. Februar ist es erneut soweit. Denn auch in der zweiten Produktion «Uf immer und ewig» jodeln die 28 Sängerinnen und Sänger wieder vor einem grossen Publikum im Ustermer Stadthofsaal. «Dabei findet die erste Probe mit dem Dirigenten des Musicals erst am Nachmittag vor dem grossen Auftritt statt», sagt Zimmermann, der bei der Premiere des Stückes am 10. Januar in Wattwil dabei war und davon hellbegeistert ist.
Für das Musical haben die Pfäffiker Jodler ein neues Lied eingeübt, das von allen regionalen Gruppen gesungen wird. «Zusätzlich darf jede Jodelgruppe ein eigenes Lied bestimmen. » Für den Auftritt in Uster habe man sich für «Sängerfründe» entschieden. «Ein Lied, für das wir an einem Jodlerfest auch schon ein ‹sehr gut› erhalten haben», sagt der Vereinspräsident mit Stolz. «Die innige Melodie treibt einem an und tut einfach gut.»
Neben den Auftritten auf der Bühne stemmt das Jodelchörli am Pfäffikersee auch die Festwirtschaft im Stadthofsaal. Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt ihnen an diesen Abenden darum nicht. «Wir singen unsere Stücke und dänn höseled mer wider abe», sagt Zimmermann. Im Gegensatz zum letzten Mal sei die Nervosität vor dem grossen Auftritt dieses Mal kleiner. «Man kann zwar noch nicht von Routine sprechen aber die ganze Angelegenheit ist weniger ungewiss.»
Jodeln als Medizin
René Zimmermann ist bereits seit rund zehn Jahren Präsident des Jodelchörli. Das Erfolgsrezept für seinen Verein sieht er im grossen Engagement. «Wir haben über 30 Auftritte pro Jahr, somit wird es uns nicht langweilig.» Zudem sei der Jodel eine Art Medizin – zumindest für ihn. «Die Harmonien in den Klängen entspannen und man ist sofort weit weg von Stress oder Arbeitsdruck.» Er habe zuvor lange Zeit in einem Männerchor gesungen. «Dann fing ich vor 14 Jahren an zu jodeln und wollte danach nichts anderes mehr.»
Die Aufführungen des Musicals «uf immer und ewig» finden am 8. und 9. Februar im Stadthofsaal Uster statt. Weitere Informationen sind online unter www.jodelmusical.ch zu finden. Am 7. März findet zudem die Jodler-Chesslete im Chesselhuus Pfäffikon statt. Informationen unter www.jodler-pfaeffikon.ch.
