Politik

«Schwiizer Stübli» lässt den «Schweizerhof» weiterleben

Mirjam Pimenta dos Santos eröffnet die Wunderbar vis-à-vis der «Trompete» unter neuem Namen. Und sie erhält dabei gleich ein bisschen Wetziker Gastrokultur am Leben.

«Schwiizer Stübli» lässt den «Schweizerhof» weiterleben

Die Schliessung des Wetziker «Schweizerhofs» und der Intermezzo-Bar hat ziemlich viel lokal etabliertes Gastropersonal auf einen Schlag auf die Strasse gestellt. Doch diese Leute mögen nicht ruhen. Intermezzo-Servicefrau Mirjam Pimenta dos Santos etwa erzählt, dass ihr nach der Schliessung vor knapp sieben Wochen ziemlich rasch langweilig geworden sei. «Ich vermisste die Arbeit und die Leute.»

Tränen der Stammgäste zum Ende des «Schweizerhofs»

06.07.2019

«Wir haben kein Zuhause mehr»

Direkt am Bahnhof Wetzikon steht seit Jahrzehnten das Hotel Schweizerhof. Beitrag in Merkliste speichern Ähnlich erging es dem «Schweizerhof»-Pächterpaar Nurtene und Artan Nuredini. Langweilig ist ihnen zwar bislang nicht, weil sie noch andere Geschäfte führen und ihr altes Restaurant erst fertig ausräumen müssen. «Aber wir vermissen den ‚Schweizerhof‘ und die Gäste auch sehr.»

«Das ist halt kein Hof, sondern einfach ein Stübli.»
Mirjam Pimenta dos Santos

Damit soll nun Schluss sein – dank des «Schwiizer Stübli». Dieses Stübli ist eine kleine Bar, bislang bekannt als «Wunderbar», an der Bahnhofstrasse neben dem Geschäft Rösli Optik mit etwas über 20 Sitzplätzen. «Ähnlich gross wie die Intermezzo-Bar, einfach anders angeordnet», sagt Mirjam Pimenta dos Santos.

Sie ist die neue Pächterin des Lokals und will hier ihren eigenen Gastrobetrieb aufbauen – nach 15 Jahren grösstenteils in der Wetziker Gastronomie erstmals als Pächterin. Der neue Name der Bar ist als Reminiszenz an den «Schweizerhof» zu verstehen. «Nur ist das halt kein Hof, sondern einfach ein Stübli.»

Pizza-Service geht weiter

Die Nuredinis sind dabei mit von der Partie – und zwar mit ihrem Pizza-Service, den sie bis Ende November im «Schweizerhof» betrieben hatten. «Unsere Gäste stürmen seit Wochen, wann wir endlich wieder loslegen», sagt Artan Nuredini. Während das Stübli bereits seit letztem Wochenende täglich ausser sonntags ab 14 Uhr offen ist, liefern die Nuredinis ihre Pizzas ab dem 23. Januar wieder aus.

Denn sie müssen erst die Küche fertig umbauen. Teil eins ist zwar schon in trockenen Tüchern, allerdings erst nach einigen Schweissausbrüchen. Das Problem war der 250 Kilo schwere und ziemlich sperrige Pizzaofen, den sie via enger Wendeltreppe ins Kellergeschoss hieven mussten. Über zwei Stunden benötigten sie dafür. «Wir mussten sogar einen Teil der Treppe wegschrauben», sagt Artan Nuredini.

«Für viele ältere Gäste stellt sich die Frage, wo sie nun hin sollen.»
Mirjam Pimenta dos Santos

Für die drei war von Beginn weg klar: Wenn sie nach dem «Schweizerhof»-Aus weitermachen würden, dann unbedingt gemeinsam. «Wir hatten es so gut miteinander», sagen sie. Die neue Pächterin des Stüblis erhielt von Gästen den Tipp, dass jenes Lokal frei würde und so kontaktierte sie den Eigentümer. «Er war erfreut über die Anfrage», sagt sie. Und so ging’s los.

Nach einer umfassenden Umgestaltung des Raumes ist das Schwiizer Stübli am 10. Januar wieder auf und wurde zur Feier des Tages gleich überrannt. «Nurtene und ich waren nur noch am ‚seckeln‘», sagt Pimenta dos Santos. «Und das, obwohl unsere Bar wirklich nicht gross ist.»

Sechs Tage Betrieb pro Woche

Offenbar entspreche das Angebot einem Bedürfnis der Wetziker. «Vor allem der älteren Bevölkerungsschicht», sagt die Pächterin. «Für Junge gibt’s genug hier, aber nach dem Ende des ‚Schweizerhofs‘ stellt sich für viele ältere Gäste die Frage, wo sie nun hin sollen.»

Ihr Stübli ist eine Antwort auf diese Frage. Wie die Sache sich etabliert, kann sie aber noch nicht prophezeien. Um mit möglichst wenig Risiko zu starten, schmeisst sie den Sechstages-Betrieb für den Moment alleine. Essen wird es dabei erst geben, wenn die Nuredinis mit dem Pizzaservice loslegen.

«Wenn es gut anläuft, werde ich aber sicher noch Personal zur Entlastung einstellen», sagt Mirjam Pimenta dos Santos. Und die Nuredinis sind voller Vorfreude auf den Tag, wenn der Pizzaservice wieder startet. «Wir wissen bereits jetzt, dass wir viele Kunden mitnehmen können.»

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