«Ich habe fast nicht mehr geglaubt, dass bald etwas spruchreif wird»
Als «unzulässig und normwidrig» hatte der Pfäffiker Bernhard Huber im Sommer die Geschwindigkeitssignalisation auf der Strandbadstrasse in Auslikon bezeichnet. Diese verbindet die Pfäffiker Aussenwacht mit dem Parkplatz der Badi. Er reichte zusammen mit elf weiteren Unterzeichnenden eine Petition ein, in der er eine Geschwindigkeitsreduktion von 80 auf 30 Kilometer pro Stunde forderte.
«Es ist unangebracht, dass innerhalb eines Naturschutzgebietes von nationaler Bedeutung auf einer derart schmalen Strasse mit nur wenig Ausweichstellen für das Kreuzen von Autos mit einer derart hohen Geschwindigkeit gefahren werden darf», schreibt er darin. Die Verkehrssicherheit für Fussgänger und Velofahrer sei dadurch «ziemlich prekär». Sogar Gemeindeschreiber Hanspeter Thoma bestätigte, dass die Breite der Strasse nicht der Norm entspreche. «Da sich die Strasse im Naturschutzgebiet befindet, steht eine Verbreiterung aber nicht zur Diskussion», sagte er damals (wir berichteten).
2064 Geschwindigkeitsmessungen
Huber reihte sich mit seiner Petition in eine lange Liste von Vorstössen ein, welche sich mit dem Verkehr rund um den Pfäffikersee befassen. Parallel dazu hatte der Regierungsrat zusammen mit Vertretern der Anrainergemeinden das Konzept «Mobilität und Umwelt Pfäffikersee» erarbeitet und im September vorgestellt.
Ende für den Campingplatz und neue Parkgebühren
23.09.2019

Kanton stellt Mobilitätskonzept vor
Am Montag hat der Zürcher Regierungsrat informiert, wie er den Verkehr und die Freizeitaktivitäte Beitrag in Merkliste speichern Darin werden die Forderungen von Bernhard Huber bereits behandelt. So hat die verkehrstechnische Abteilung der Kantonspolizei Zürich eine Geschwindigkeitsreduktion abgelehnt. Dies, da die Strecke sich in einem Ausserortsbereich befindet und die geforderte Höchstgeschwindigkeit nur in Tempo-30-Zonen vorgesehen ist. Ein solches Regime streckenbezogen auf einer einzelnen Strasse sei indes nicht bewilligungsfähig.
«Zum heutigen Zeitpunkt besteht kein Handlungsbedarf.»
Antwort Gemeinderat Pfäffikon
Der Pfäffiker Gemeinderat schliesst sich in seiner Antwort dem Konzept des Regierungsrates an. Die Kommunalpolizei Region Pfäffikon habe im Oktober Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt, welche aufgezeigt haben, dass 85 Prozent der Verkehrsteilnehmer die Geschwindigkeit von 41 Kilometer pro Stunde nicht überschritten haben.
Insgesamt 2064 Messungen wurden erfasst – der Durchschnitt aller Verkehrsteilnehmer lag bei 28 Kilometer pro Stunde. Zudem sieht das Mobilitätskonzept vor, dass die Strandbadstrasse nur noch eingeschränkt, etwa für Personal oder Anlieferungen, befahrbar sein soll. «Somit besteht zum heutigen Zeitpunkt kein Handlungsbedarf», schreibt der Gemeinderat.
Eine weitere Forderung von Bernhard Huber betrifft die Bewirtschaftung des nördlich gelegenen Parkplatzes beim Strandbad Auslikon. Mit einer Gebührenpflicht wollte er einen zusätzlichen Anreiz schaffen, das Naherholungsgebiet mit dem Velo oder zu Fuss aufzusuchen. Auch hier kommt das Mobilitätskonzept wieder ins Spiel. Dieses beinhaltet nebst der Aufhebung des Campingplatzes per Ende 2023 auch die Verlegung des Parkplatzes in eine «weniger empfindliche Zone südlich der Bahnlinie» sowie eine Bewirtschaftung für alle seenahen und künftigen Parkplätze.
Vom Konzept überzeugt
Bernhard Huber ist mit der Antwort des Gemeinderates «im Grossen und Ganzen zufrieden». Besonders erfreut ihn, dass sich die Gemeinde vollumfänglich zum Mobilitätskonzept für den Raum Pfäffikersee bekennt. Dass der Pfäffiker Gemeinderat Geschwindigkeits m essungen auf der Strandbadstrasse in Auftrag gegeben hat, begrüsst er. «Auch wenn ich bezüglich der Interpretation der Messresultate anderer Meinung bin.» So hätte ihn etwa noch die Durchschnittsgeschwindigkeit der schnellsten fünf Prozent der Autofahrer Wunder genommen.
«Partikularinteressen dürfen das ganze Massnahmenpaket nicht wieder aufschnüren .»
Bernhard Huber
Dass Huber im Sommer überhaupt noch eine Petition zum Thema Verkehr am Pfäffikersee eingereicht hatte, obwohl nur kurze Zeit später das Mobilitätskonzept vorgestellt wurde, hat einen einfachen Grund: «In den Monaten zuvor gab es viele Spekulationen über Stossrichtungen und mögliche Entscheide . Ausserdem liess der Abschluss des Mobilitätstkonzeptes lange auf sich warten . Darum habe ich fast nicht mehr daran geglaubt, dass hier bald etwas spruchreif wird.» Vom vorgelegten Konzept ist der Vizepräsident der Vereinigung Pro Pfäffikersee aber überzeugt. «Nun muss dieses konsequent und integral umgesetzt werden. Partikularinteressen dürfen das ganze Massnahmenpaket nicht wieder aufschnüren .»
