In ihrem Leben hatte Mirjam Marzohl mit unzähligen Physiotherapeuten zu tun. Ihre Schätzung liegt bei «zwanzig bis dreissig». Als sie 19 Jahre alt war, beendete eine Verletzung abrupt ihre Leichtathletikkarriere. Eben erst Junioren-Schweizermeisterin im Stabhochsprung geworden, stürzte sie schwer und verletzte sich an Kreuzband, Innenband, Meniskus und Schulter.
Es folgten medizinische Eingriffe, Behandlungen und zähe Monate der Therapie. «Ich lernte zu schätzen, wie es ist, wenn einem in diesem Zustand geholfen wird», erinnert sich die heute 32-Jährige. Mittlerweile ist sie selber Physiotherapeutin, die Schmerzen lindert und anderen zum Wohlbefinden verhilft. Aber nicht Menschen. Sondern Tieren.
Ausgleich zum Ingenieursleben gesucht
«Eigentlich wollte ich früher gerne Grosstierärztin werden», sagt die Dürntnerin. Doch als sie erfuhr, dass man im Nutztierbereich oft unter Zeitdruck arbeiten und viel zu oft einfach Medikamente verabreichen müsse, habe sie sich dagegen entschieden. Unter diesen Bedingungen wollte sie nicht fürs Tier arbeiten. Sie entschied sich für ein technisches Studium und wurde Vermessungsingenieurin.
«Die Patienten zu berühren und gleichzeitig mit ihnen reden zu müssen, war für mich einfach zu viel Kontakt.»
Mirjam Marzohl, Tierphysiotherapeutin

