Wie willkommen haben Sie sich im August gefühlt?
Annette Kahlen: Natürlich war eine gewisse Unsicherheit zu spüren, wer da jetzt wohl kommt. Aber grundsätzlich fühlte ich mich sehr willkommen! Das Personal hat mir Einblick in seine Arbeitsbereiche gewährt und ist mir mit viel Offenheit begegnet. Noch bevor ich durch den Stiftungsrat gewählt wurde, präsentierte ich mich unter anderem dem Dorfrat, der aus einigen Bewohnern besteht. Im Nachhinein erfuhr ich, dass sie meine Bemühungen, „Danke“ in der Gebärdensprache zu zeigen, sehr schätzten. Das war eine schöne Rückmeldung, willkommen zu sein!
Und was meinten die Leitungsgremien?
Nun, ich spüre, dass mit meiner Person auch neue Ideen gefragt sind. Ein Wechsel in der Führung bringt nach Jahren des gleichen Führungsmodells zwar erst mal Verunsicherungen mit sich, aber kann auch eine Chance sein. Für diese neue Ausrichtung bringe ich wohl eine gute Mischung aus Leadership und Fachkompetenz mit. Mein Studium in Heilpädagogik und die Arbeit in früheren Jahren mit Menschen mit Beeinträchtigungen waren sicher auch gute Argumente.
Ich spüre, dass sowohl Wert auf Führungskompetenz, als auch das Wissen in den Fachthemen in der Funktion gefragt sind. Dazu kommt sicher auch die Fähigkeit und Flexibilität, mit verschiedenen Ansprechpartnern auf Augenhöhe zu kommunizieren. Offensichtlich gelang es mir, von Anfang an zu zeigen, dass ich nicht bloss eine Gesamtleiterin bin, die ihre eigenen Ideen umsetzen will, sondern den Kontakt mit allen Personen, die hier arbeiten und wohnen, suche.

