Wenn das Weihnachtsgeschenk fehlt
Erstes Weihnachten bei den Eltern meines Freundes. Aufregung pur. Mit welchem Mitbringsel kann ich am besten punkten? Blumen? Langweilig. Wein? Bloss nicht. Mein Freund ist mir keine grosse Hilfe. «Du musst nichts mitbringen», winkt er ab. Mittlerweile ist der 23. Dezember und ich habe noch kein Geschenk. Dann, die rettende Idee: Pralinés vom Confiseur meines Vertrauens. Doch mein Freund vernichtet den Plan: «Bloss nicht. Sie haben dem Hüftgold den Kampf angesagt.» Wieder stehe ich ohne Geschenk da. Die Verzweiflung wächst. «Was finden beide toll?» – «Hörbücher.» Ein Hoffnungsschimmer. Mein Lieblingskrimi gibt’s als Hörbuchfassung. Aber Enttäuschung pur: Im Buchladen ist es ausverkauft. «In der Berner Filiale hat es noch eines», sagt die Verkäuferin. Ich fackle nicht lange, reserviere den Artikel, reise tags darauf nach Bern, stürze mich ins weihnachtliche Shopping-Getümmel und nehme grinsend meine Bestellung entgegen. Weihnachten ist gerettet. (Annabarbara Gysel)
Wenn der Weihnachtsbaum durch die Luft donnert

