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Raum zum Erzählen im Trauercafé

Jeder Mensch verarbeitet einen Todesfall anders. Im Wetziker Trauercafé Papillon darf individuell getrauert werden – ab Januar an einem neuen Standort in der Alterssiedlung Wetzikon.

Monika Bosshard und Astrid Fasching, die Betreiberinnen des Trauercafés Papillon, mit VBSZO-Präsidentin Susy Stahl (Mitte).

Foto: Lennart Langer

Raum zum Erzählen im Trauercafé

Das Bewusstsein der eigenen Endlichkeit ist Teil des Lebens, sich damit auseinanderzusetzen oder darüber zu sprechen, fällt vielen Menschen aber häufig schwer. Der Tod ist ein Tabuthema. Umso schwieriger wird dann der Umgang mit einem Todesfall in der Familie oder im Bekanntenkreis. Denn Freunden und Bekannten fehlt häufig das Verständnis für die Situation der Trauernden.

Vor drei Jahren nahmen sich zwei Frauen aus der Region dieser Problematik an. Die beiden Trauer­ und Sterbebegleiterinnen Astrid Fasching und Monika Bosshard gründeten in Wetzikon das Trauercafé Papillon und schufen damit einen Ort, wo Personen, die von einem Schicksalsschlag getroffen wurden, zusammenkommen können – in gemütlicher Atmosphäre und völlig ungezwungen.

Zu Beginn eines Treffens wird jeweils eine Kerze für die Verstorbenen angezündet. Darauf entwickelt sich bei Kaffee, Tee und Guetsli ein natürliches Gespräch, in das alle Anwesenden ihren Bedürfnissen entsprechend mit einbezogen werden. Das Trauercafé schafft einen Raum, um in geschütztem Rahmen die eigene Geschichte zu erzählen. Es ist aber auch erlaubt, einfach einmal zuzuhören.

Sich Zeit lassen

«Die Trauer ist nicht begrenzt und sehr individuell», sagt Monika Bosshard. Wer selbst noch nie betroffen war, habe Schwierigkeiten, mit trauernden Menschen umzugehen. Astrid Fasching rät deshalb, einfach da zu sein und zuzuhören. Die Betroffenen sollten sich wiederum Zeit und nicht drängen lassen, ergänzt sie. «Das probieren wir weiterzugeben.»

Unterstützt wird das Trauercafé von der Vereinigung zur Begleitung Schwerkranker Zürcher Oberland (VBSZO). Auch VBSZO-­Präsidentin Susy Stahl betont die Bedeutung der Unterstützung unter den Trauernden: «Es braucht einen Ort, wo sie einfach ‹sein› dürfen.» Im Trauercafé ist dieses Verständnis unter den Betroffenen vorhanden. Es darf geweint, aber auch mal gelacht werden.

Dank dem neuen Standort im Gemeinschaftsraum der Alterssiedlung Wetzikon rückt das Trauercafé nun mehr ins Zentrum der Stadt. Eine Anmeldung im Vorfeld ist nicht nötig. Das Treffen ist kostenlos, konfessionsneutral und steht allen offen, die einen Ort zur Verarbeitung ihrer Trauer suchen.

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