Als Werner Wäspi vor 18 Jahren spontan mit der Osteuropa-Mission durch Rumänien reiste, hatte das prägenden Einfluss auf sein Leben. Und das seiner ganzen Familie. «Die Not, die wir dort gesehen haben, hat mich tief ergriffen», erinnert er sich. Die Reisegruppe besuchte Obdachlosenheime, Roma-Dörfer und Gefängnisse und half, Lebensmittel an die Mittellosen zu verteilen. Besonders betroffen machte Werner Wäspi die Armut der Roma. Ihre Lebensverhältnisse bemitleideten ihn.
Zuhause in Wolfhausen liess ihn das Erlebte nicht los: Er wollte helfen. Also trat er mit seinem Reise-Dolmetscher in Kontakt und erfuhr, dass ein Waisenhaus für Strassenkinder Leute suchte, die über Weihnachten die Betreuung übernehmen konnten. Werner Wäspi und seine Frau Theres mussten nicht lange überlegen. Sie reisten mit ihren drei jüngsten Kindern nach Rumänien und verbrachten die Festtage im Waisenhaus.
«Die Eltern sehen die Notwendigkeit nicht, die Kinder in den Unterricht zu schicken.»
Theres Wäspi
Doch Wäspis wollten es nicht bei diesem einmaligen Hilfseinsatz belassen. Sie waren entschlossen, mehr zu leisten. Über Kontakte bekamen sie Kenntnis von einem Projekt für Kinder einer Roma-Siedlung in der Nähe von Bukarest. Kinder, die keine Regelschule besuchen können. «Entweder fehlt das nötige Schulgeld, oder die Eltern sehen die Notwendigkeit nicht, sie in den Unterricht zu schicken», sagt Theres Wäspi. Diese Kinder sollten nun eine eigene Schule zu besuchen, die sie darauf vorbereitete, später in eine Regelschule zu wechseln (s. Box).
Mit Essen für Schule motivieren

