Politik

Henri «Muchi» Glogg, Ehrenpräsident des FC Fehraltorf

Henri «Muchi» Glogg, Ehrenpräsident des FC Fehraltorf

Der FC Fehraltorf trauert um seinen Ehrenpräsidenten Henri «Muchi» Glogg. Mit ihm hat der Verein quasi seinen «Spiritus Rector» verloren. Als solchen bezeichnete ihn der Fussballverband Region Zürich in seiner Laudatio, als er 2008 zum «Mitglied des Jahres» gekürt wurde. Zu Recht: Fast ein halbes Jahrhundert lang prägte «Mister FCF» den Klub wie kein Zweiter; schon in jungen Jahren als Vereinspräsident und in den folgenden Dekaden in schier unzähligen weiteren Funktionen.

Als umsichtiger Kassier kannte er sich bestens mit Zahlen aus – «man kann nur ausgeben, was man auch eingenommen hat», lautete seine Devise. «Problemlöser» Glogg verstand sich stets als Teamplayer. «Ich ziehe – und hoffe, dass andere mitziehen», sagte er einst gegenüber dieser Zeitung.

In seine Ära fiel 1991 der Aufstieg der 1. Mannschaft in die 2. Liga – zweifellos der sportliche Höhepunkt in der Klubgeschichte, dies wenige Monate nach der 0:7-Heimniederlage im Schweizer Cup gegen den FC Zürich – vor 2000 Zuschauern, trotz strömendem Regen. «Muchi» Glogg verfügte über eine grosse integrative Kraft. So ermöglichte er etwa Portugiesen, Türken und Italienern auf deren Wunsch eigene Teams zu stellen – mit den gleichen Rechten, aber selbstverständlich auch Pflichten. Ein besonderes Anliegen war ihm dabei die Beteiligung aller Klubmitglieder an Frondienst-Aktivitäten; dies einerseits als Entlastung für die Vereinskasse, aber noch viel mehr aus Gründen des Zusammenhalts.

Ob Dorfturnier, Lottoabend oder Maskenball – immer ging Organisationstalent Glogg mit gutem Beispiel voran. Auch dank seines ausserordentlichen Engagements bei Bauvorhaben wie etwa der Erstellung des Klubhauses Mitte der 1980er Jahre oder etwas später der Beleuchtungsanlagen auf den beiden Sportplätzen Hüttenwis und Speck verfügt der FCF heute über eine ausgezeichnete, vereinseigene Infrastruktur. Bis zuletzt speziell viel Herzblut investierte er in die 1977 von ihm mitinitiierte, bis heute monatlich erscheinende Vereinszeitschrift «de Gingger».

Einer (noch) breiteren Öffentlichkeit bekannt war der ebenso humorvolle wie gradlinige Unternehmer als Eigentümer des Schuhgeschäfts «Adony», welches er bis zu seiner Pensionierung 2016 führte. Lange Jahre wirkte er auch als örtlicher Schulsekretär und in der Antennengenossenschaft Fehraltorf.

Seine grosse Liebe galt aber unbestrittenermassen «seinem» FC Fehraltorf. Mit Fug und Recht kann behauptet werden: «Muchi» war der FCF – und der FCF war «Muchi».

In den letzten Jahren litt Henri Glogg unter diversen gesundheitlichen Problemen. Ende November ist er nun zuhause nach kurzer schwerer Krankheit verstorben – mit 69 Jahren viel zu früh. Er hinterlässt seine Ehefrau Brigitte und eine erwachsene Tochter namens Nadine – und eine immense Lücke . (Till Hiemer, Mitglied des FC Fehraltorf von 1979 bis 2001 )

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