Es schien fast so, als hätte der Co-Präsident der Pfäffiker SP einen direkten Draht zum Wettergott. Während am Montagabend über dem Pfäffikersee die Lichter der Sturmwarnung blinkten, stellte Christian Lipp an der Gemeindeversammlung den Antrag auf eine Steuererhöhung um drei Prozentpunkte von 110 auf 113 Prozent. «Was macht ein guter Kapitän bei Sturmwarnung? Fährt er einfach weiter oder ändert er den Kurs?» Die Pfäffiker SP wolle nicht weiter auf den Tag warten, «an dem das Unausweichliche auf uns zukommt» und den roten Zahlen der Gemeinde aktiv entgegentreten.
Grosse Investitionen
Der aktuell «kleine Aufwandüberschuss», wie ihn Finanzvorstand Stefan Gubler (FDP) bei der Präsentation des Budgets 2020 bezeichnete, beläuft sich auf rund 137’000 Franken. Dies bei einem Aufwand von rund 71,6 Millionen Franken und einem Ertrag von rund 71,5 Millionen Franken. Es seien die «üblichen Verdächtigen», welche die Aufwandseite in die Höhe treiben: die Bereiche Gesundheit, Schule und Soziales. Auch die Investitionen seien momentan überdurchschnittlich hoch, etwa die budgetierten 3 Millionen Franken für die Sanierung des Schulhauses Mettlen. «Dafür werden sie uns für viele Jahre einen Nutzen bringen», führte Gubler aus.
Bereits im Vorfeld liess der Gemeinderat einmal mehr verlauten, dass Leistungsabbauten und Steuerfusserhöhungen nicht auszuschliessen sind. Dem Antrag seitens der SP konnte er aber nicht viel abgewinnen. «Wir wollen nicht auf Vorrat Steuern erheben.»
Erneute Erhöhung «nicht angezeigt»

