Politik

Weniger Fluglärmgeplagte aber mehr Nachtflüge

Gemäss dem neuen Flughafenbericht des Kantons Zürich sind weniger Menschen von Fluglärm belastet. Dafür nimmt die Zahl der Nachtflüge zu.

Weniger Fluglärmgeplagte aber mehr Nachtflüge

Der neue Flughafenbericht zeigt: Im vergangenen Jahr waren 60’347 Menschen lärmbelastet. Dies sind rund 5000 Personen weniger als im vergangenen Jahr. Dies geht aus dem am Freitag publizierten Bericht des Kantons Zürich hervor. 
Hauptgrund für die Abnahme seien neue und leisere Flugzeugtypen der «Swiss». Damit zeige sich nun erstmals, dass sich die hohen Investitionen der Luftfahrtgesellschaften in neue Maschinen auch bezüglich Lärm auszahlen würden, schreibt der Kanton.

Trotzdem werde der Fluglärm-Index nicht eingehalten. Der Richtwert liegt bei 47’000 lärmbelästigten Personen. Aktuell werden also immer noch rund 13’000 Anwohner zu viel von Flugzeugen beschallt. Der Richtwert des Fluglärm-Index wird seit Jahren immer wieder überschritten.

Mehr Flüge nach 22 Uhr

Die Zahl der in der Nacht im Schlaf gestörten Personen hat dagegen um ein Prozent zugenommen. Um dieses Nacht-Problem zu lösen, müsse man ganz klar noch Anstrengungen unternehmen, sagte Markus Traber, Chef Amt für Verkehr, am Freitag vor den Medien. Eigentlich sollte zwischen 22 Uhr und 6 Uhr Nachtruhe herrschen. Diese wird durch verspätete Flüge und Langstreckenverbindungen jedoch empfindlich gestört.

Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) zeigte sich «sehr erfreut» über die Lärmentwicklung, welche nun dank der neuen Quellendaten belegt werden könne. «Aber natürlich bleiben die Herausforderungen rund um den Flughafen», sagte Walker Späh.

Der Landesflughafen stehe nun mal im Spannungsfeld zwischen Volkswirtschaft und Lärmschutz. Aber man sehe, dass die Anstrengungen zur Lärmminderung Früchte trügen.

Kritik aus dem Süden

Anderer Meinung ist das Fluglärmforum Süd, das die Interessen von rund 300‘000 Menschen südlich des Flughafens Zürich vertritt. Wer die aktuelle Medienmitteilung des Zürcher Regierungsrats zum Flughafenbericht 2019 liest, nimmt zur Kenntnis, dass der Regierungsrat sich und der Flughafen Zürich AG erneut Höchstnoten verteilt, schreibt das Forum in einer Mitteilung.

«Etwas mehr Selbstkritik wäre angebracht», moniert Jürg Eberhard, Präsident des Fluglärmforums Süd und Gemeindepräsident von Zumikon. «Unbestritten hat die Schweiz in Zürich einen Vorzeigeflughafen. Es ist aber auch bekannt, dass die Belastung der Bevölkerung rund um den Flughafen aufgrund von unnötigen Nachtstarts und Verspätungen bei den Landungen am Abend weiter steigt.»

Das Forum sieht in der Nachtruhe einen «wichtigen Standortvorteil» für die Stadt Zürich. «Denn Lebens- und Wohnqualität sowie Gesundheitsschutz sind heute nicht zu vernachlässigende Faktoren im Attraktivitätsvergleich von städtischen Ballungszentren.»

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