Füchse machen nahezu ohne Scheu vom üppigen Nahrungsangebot im Siedlungsgebiet Gebrauch und hinterlassen ihre Spuren (wir berichteten). Auch dass viele der Tiere an der Fuchsräude erkrankt sind, wissen Bewohner der Region – die Tiere mit ihren geschundenen Fellen sehen oft prekär aus. Der starke Juckreiz entsteht dadurch, weil die Milben auf der Haut eine allergische Reaktion verursachen.
Dass auch der Mensch an Fuchsräude erkranken kann ist weniger geläufig: Erstmals hat sich nun ein Mann in Dübendorf infiziert. E.M. (Name der Redaktion bekannt) steht auf der Terrasse ihres Hauses. Hier, so glaubt sie, habe sich ihr Mann mit den Milben eines kranken Fuchses angesteckt. Das Ehepaar möchte ihre Namen nicht in der Zeitung lesen. Sie haben Angst davor, von Nachbarn verunglimpft oder beschimpft zu werden.
Sie zeigt auf einen gedeckten Bereich ihrer Terrasse, wo in den wärmeren Monaten jeweils eine Liege steht. « Mein Mann hat sich auf die mit einem Tuch bedeckte Liege gelegt. Einen Tag darauf bekam der 82-Jährige starken Juckreiz und Rötungen am Rücken. » Nachdem der Juckreiz und die Rötungen schlimmer wurden, suchten sie den Hausarzt auf. Das Paar gab dem Arzt zu verstehen, dass die Infektion mit der Fuchsräude in Verbindung stehen müsse.
« Es ist furchtbar, dass ein Mensch angesteckt wurde. »
Bence Andras, Obmann Jagdgesellschaft Dübendorf
Doch dieser habe zuerst gemeint, dass eine Übertragung vom Fuchs auf den Menschen nicht möglich sei. Nachdem eine Behandlung mit mehreren Cortisonsalben erfolglos war und die Symptome stärker wurden, sei der Arzt dann unsicher geworden, sagt E.M. Schliesslich hat eine Analyse einer Gewebeprobe eine Krätze, in der Fachsprache Skabies, bestätigt. Während der Milbenbefall beim Fuchs in der Regel innert drei Monaten zum Tod führt, ist die sogenannte Pseudokrätze bei gesunden Menschen gut therapierbar.

