Die vielen Gesichter des Friedens
Kunstschaffende aus Pfäffikon und Umgebung, Schulklassen, soziale Institutionen – sie alle stellen während zwei Wochen kleine und grosse Kunstwerke in der reformierten Kirche Pfäffikon aus. Für Pfarrer Paul Kleiner ist es das erste Mal, dass er die Adventsausstellung mitorganisiert.
«Als ich vor zwei Jahren meine Stelle antrat, waren gerade die Vorbereitungen im Gange, die Tradition der Ausstellung wieder aufleben zu lassen», sagt er. In den frühen 2000er-Jahren habe es noch jährlich eine solche Ausstellung gegeben, danach eine Zeit lang alle zwei Jahre, bis 2015 Schluss war. «Nun hat das gleiche Team von damals wieder Bewegung in die Sache gebracht», sagt Kleiner.
Während für vergangene Ausstellungen die Stossrichtung mit den Themen «Krippenfiguren» oder «Lichtfenster» ziemlich klar vorgegeben war, habe man sich in diesem Jahr auf ein etwas offeneres Motto geeinigt: Frieden.
Daneben hat es keine grösseren Einschränkungen oder Rahmenbedingungen für die Teilnahme gegeben. «Man muss die Ausstellungsstücke einfach im Raum platzieren können», sagt Kleiner. Entstanden ist ein buntes Potpourri von Kunst verschiedenster Art – Bilder, Skulpturen, Collagen, Kurzfilme und Installationen verwandeln den Kirchenraum in eine temporäre Galerie.
Bezug zur Religion optional
Der reguläre Kirchenbetrieb ist von der Ausstellung nicht beeinträchtigt. «Es wird in dieser Zeit sogar Abdankungen in der Kirche geben», so der Pfarrer. «Da passt das Motto Frieden aber ebenfalls.» Ein religiöser Bezug zu Frieden sei in der Ausstellung indes nicht primär vorgegeben. «Eine Künstlerin hat Ölbilder von den drei Königen gemalt, da ist der Bezug zur Weihnachtsgeschichte natürlich augenscheinlich», sagt Paul Kleiner. Andere zitieren Bibelversen zu ihren Ausstellungsobjekten.
«Mit dieser Ausstellung setzen wir uns für Frieden in einer Welt voller Konflikte ein.»
Paul Kleiner, Pfarrer
Aber es finden sich auch Stücke ganz losgelöst von Religion. Eine Pfäffiker Künstlerin will mit einem Mahnmal auf Völkermorde aufmerksam machen und ins Bewusstsein rufen, wie sie «seit Menschengedenken leider auf der ganzen Welt immer wieder» geschehen. «Wieder andere Aussteller beziehen den Frieden auf die zwischenmenschliche Ebene», sagt Kleiner. Genau das sei das Schöne daran: «Frieden kann auf so viele verschiedene Arten interpretiert werden. Mit dieser Ausstellung setzen wir uns für Frieden in einer Welt voller Konflikte ein.»
Umrahmt wird die Ausstellung von musikalischen Einlagen am Abend an bestimmten Daten. Dafür ist Pfarrer Kleiner explizit auf Pfäffiker Chöre und Lehrpersonen zugegangen. «Zwar habe ich auch Ihnen das Motto Frieden genannt, aber ich weiss nicht, welche Musikstücke nun genau eingeübt wurden», sagt er. «Ich bin speziell gespannt, wie viele Jodellieder es wohl zum Thema Frieden gibt.»
Die Vernissage der «Offenen Kirche im Advent» findet am Freitag, 6. Dezember, um 19 Uhr statt. Finissage ist am Freitag, 20. Dezember, um 19 Uhr. Die weiteren Öffnungszeiten der Ausstellung sowie Termine der Konzerte sind online unter www.refkirchepfaeffikon.ch zu finden.
