Permanente Kopfschmerzen, gebrochener Fuss, Durchfall, vereiterte Pusteln auf dem Arm – klar, der Doktor soll’s richten. Die ehemaligen Halbgötter in Weiss sind zu Dienstleistern mutiert. Sie sollen gefälligst Schmerzen verbannen, Fieber senken, nähen, pflastern und Haut ausbügeln – mit Botox. Dazu sind sie in unserer Gesellschaft da.
Das ist und war nicht in allen Gesellschaften so. Oft waren Doktoren Priester oder Schamanen und ihre Heil bringende Kunst verdankten sie den Göttern, Geistern und anderen übersinnlichen Wesen. Im alten, kaiserlichen China musste der Hofarzt nicht den kranken Kaiser heilen, seine Aufgabe war es, den Kaiser nicht krank werden zu lassen.
« Gelang ihm das nicht und der Kaiser erkrankte... »
Er musste die Naturgesetze nach der Lehre des Tao auf den menschlichen Organismus anwenden. Gelang ihm das nicht und der Kaiser erkrankte, wurde der Arzt wegen Nichterfüllen der Aufgabe zu Tode gebracht.
Ganzheitlich im Einklang mit der Natur versteht sich auch die traditionelle indische Heilkunst «Ayurveda», das «Wissen vom Leben». Die Krankheit wird als ganzheitliches Problem gesehen und auch so behandelt.

