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Neues Zentrum für Freiwilligenarbeit nimmt Betrieb auf

Mit der Eröffnung der Benevol-Fachstelle Zürioberland erhält die Region ein Zentrum für die Vernetzung von freiwilligem Engagement. Während des dreijährigen Pilotbetriebes sollen auch die Bedürfnisse von Gemeinden und Organisationen genauer abgeklärt werden.

Präsident Hansruedi Kocher und Geschäftsleiterin Dagmar Anderes in der neuen Benevol-Fachstelle Zürioberland.

Seraina Boner

Neues Zentrum für Freiwilligenarbeit nimmt Betrieb auf

Pünktlich zum «Tag der Freiwilligen» feiert die neue Benevol-Fachstelle Zürioberland in Pfäffikon am 5. Dezember Eröffnung. «Nachdem die Generalversammlung im Mai grünes Licht für das Projekt gegeben hatte, konnten wir uns endlich auf die Suche nach einem geeigneten Standort machen», sagt Hansruedi Kocher, Präsident der Gemeinnützigen Gesellschaft Bezirk Pfäffikon (GGBP) und damit auch Präsident der neuen Benevol-Fachstelle Zürioberland. Die GGBP hatte es sich in ihrem Leitbild 2016 zur Hauptaufgabe gemacht, die Freiwilligenarbeit zu fördern. Nun hat dieses Ziel an der Bahnhofstrasse in Pfäffikon Form angenommen.

«Wir sind Anlaufstelle für alle, die freiwillig Engagierte einsetzen aber auch für Personen, die sich selber engagieren wollen.»

Dagmar Anderes, Geschäftsleiterin Benevol Zürioberland

«Über den Pfäffiker Gemeindeschreiber Hanspeter Thoma entstand der Kontakt zur Stiftung zur Palme», erzählt Kocher. Im Erdgeschoss des Gebäudes, das früher als Wohnhaus für Bewohner der Stiftung gedient hatte, ist die kleine Fachstelle entstanden: Ein Büro, ein Sitzungszimmer, ein zusätzlicher Arbeitsplatz. «Mehr braucht es im Moment nicht», führt Kocher aus. «Bei Veranstaltungen können wir auf die Räume der Palme ausweichen.»

Nicht nur die Suche nach einem geeigneten Standort konnte nach der Generalversammlung angegangen werden, sondern auch die Personalfrage. Seit Oktober ist nun Dagmar Anderes als Geschäftsleiterin zu 50 Stellenprozenten engagiert. Sie arbeitete zuvor für die Blutspende SRK Schweiz.  « Im Bereich der Blutstammzellspende konnten wir dank vieler freiwillig Engagierter neue Spender registrieren», sagt sie.

Benevol Zürioberland

Als Fachstelle mit dem Anspruch, die verschiedenen Akteure im Bereich des freiwilligen Engagements zu unterstützen, bietet Benevol Zürioberland eine breite Palette an Dienstleistungen an. Dazu zählen die  Vermittlung von Einsatzmöglichkeiten und Freiwilligen, die  Beratung und fachliche Unterstützung in allen Bereichen des freiwilligen Engagements, die  Weiterbildung für Freiwillige und Einsatzorganisationen, die  Vernetzung der verschiedenen Akteure regional sowie national,  Öffentlichkeitsarbeit mit der Förderung der Wahrnehmung und Wertschätzung freiwilligen Engagements sowie Projekte in Bezug auf  Beratung, Umsetzung und Initiierung.  Bei der konkreten Ausgestaltung orientiert sich die Fachstelle an den regionalen Eigenheiten, Bedürfnissen und Möglichkeiten.  Weitere Informationen online unter www.benevol-zuerioberland.ch.

 

Der Pilotversuch Benevol Zürioberland ist auf drei Jahre ausgelegt. Trägergemeinden sind Bauma, Fehraltorf, Hittnau, Lindau, Pfäffikon, Russikon, Wildberg und die Stadt Illnau-Effretikon. «Vereine und Organisationen aus diesen Gemeinden profitieren von vergünstigten Angeboten und wurden von uns direkt informiert, sie stehen jedoch allen offen», sagt Anderes. An einem ersten Informationsabend hätten rund 40 Personen teilgenommen.

Freiwilliges Engagement sichtbar machen

Grundsätzlich liege der Fokus auf der Stärkung bestehender Organisationen. «Wir sind Anlaufstelle für alle, die freiwillig Engagierte einsetzen aber auch für Personen, die sich selber engagieren wollen», so Anderes. Dabei fungiert die Fachstelle einzig als Vermittlerin und ist selber nicht auf Freiwilligenarbeit angewiesen. Eine wichtige Aufgabe sei auch, freiwilliges Engagement sichtbar zu machen. Hansruedi Kocher ergänzt: «Während der Pilotphase gilt es zudem, herauszufinden, welche Bedürfnisse bei Organisationen und Gemeinden überhaupt da sind.»

Mit der Bezeichnung «Benevol Zürioberland» zeichnet sich gleichzeitig das langfristige Ziel der Verantwortlichen ab: die Ausweitung des Angebotes über die Bezirksgrenze. «Im Rest der Schweiz sind die Fachstellen vorwiegend nach Kantonen organisiert», sagt Anderes. Im Kanton Zürich gebe es bereits Fachstellen in den beiden grossen Städten Zürich und Winterthur.

Und auch wenn die Gemeinnützige Gesellschaft Bezirk Pfäffikon den Anstoss für das Projekt gegeben habe – sich bewusst nur auf einen Bezirk zu beschränken, mache keinen Sinn. «Das Zürcher Oberland hingegen ist ein Begriff, wird als Einheit wahrgenommen », sagt Anderes. «Und sie wird  bisher noch nicht mit dem Angebot von Benevol abgedeckt.»

Vorstand mit Doppelrolle

Dass die Initiative für die neue Fachstelle in Pfäffikon von der GGBP kam, sieht Hansruedi Kocher gleichzeitig genau mit als Grund für den Erfolg, dass acht von zehn Bezirksgemeinden sich am Pilotversuch beteiligen. «Wir sind eine etablierte Organisation, die man kennt und die mit den Gemeinden gut vernetzt ist.» Ob sich die Organisationsform nach der dreijährigen Testphase von der GGBP loslösen wird, liege noch zu weit in der Zukunft, um genaue Aussagen zu machen. «Der Vorstand der GGBP wird vorerst auch als Vorstand von Benevol Zürioberland im Einsatz sein.»

«Auf informellem Weg sind wir im Austausch mit Gemeinden aus den Bezirken Hinwil und Uster. »

Hansruedi Kocher, Präsident Benevol Zürioberland

Und obwohl sich die Pfäffiker Bezirksgemeinden Wila und Weisslingen nicht finanziell am Pilotversuch beteiligen, sei man gleichwohl mit diesen Gemeinden und deren Organisationen in gutem Kontakt, so Dagmar Anderes. «Ebenso mit Vereinen aus anderen Bezirken. Für diese gilt einfach ein anderes Tarifsystem.» Gemeinden und Städte aus den Bezirken Hinwil und Uster habe man vorerst zwar nicht direkt angeschrieben. «Aber auf informellem Weg sind wir im Austausch», sagt Kocher.

Am Eröffnungstag im Dezember sind nach dem öffentlichen Teil am Nachmittag vorerst primär Gäste aus den Gemeinden des Bezirks Pfäffikon für den geschlossenen Anlass am Abend geladen. Ein Nachteil habe die Eröffnung am «Tag der Freiwilligen» laut Hansruedi Kocher jedoch – und dieser wirke sich auf die Gäste aus: «Die meisten Personen, die im Freiwilligenbereich tätig sind, sind an diesem Tag schon in eine Veranstaltung eingebunden.»

Am Donnerstag, 5. Dezember, sind die Türen der Fachstelle an der Bahnhofstrasse 15 in Pfäffikon von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Interessierte können sich direkt vor Ort ein Bild über die Dienstleistungen machen.

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