An den Ufern der Newa spiegelt sich der Glanz von St. Petersburg wie an kaum einem anderen Ort in der Stadt. Es ist eine märchenhafte Kulisse: der monumentale Winterpalast der Romanows, die Peter- und Paul-Festung mit ihren goldenen Türmen, die mächtigen Brücken über den breiten Strom. Walter Denz streckt die Arme aus und sagt: « Hier habe ich meine zweite Heimat gefunden. »
Der 54-jährige Usterner war 1992 einer der ersten Westeuropäer, die nach der politischen Wende ihr Glück im Osten suchten: « Ich dachte, hier lässt sich etwas machen » , erzählt er von jenem schicksalhaften Entscheid. Es sollte ein Entscheid sein, der sein Leben für immer prägte.
Weshalb kein richtiges Business?
Denz sprach kein Wort Russisch und kannte Kultur und Umgangsformen nur vom Hörensagen. Gleichwohl eröffnete er zusammen mit einem Kollegen eine Sprachschule: « Viele fragten uns, weshalb wir kein richtiges Business aufziehen. Aber wir wollten etwas Wertbeständiges und Schönes machen » , sagt er. «W er Sprachen lehrt, baut Brücken und öffnet den Menschen den Zugang zu neuen Kulturen. »
« Von der freien Marktwirtschaft hatte in Russland praktisch niemand eine Ahnung. »

