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Politik

«Die Schnauze voll» von Greta!

Sandra Renggli staunt darüber, welche Aggressionen der jungen Klimaaktivistin Greta Thunberg entgegenbranden. Und sie macht sich Gedanken darüber, weshalb das, was die Siebzehnjährige sagt, für viele Menschen so unbequem ist.

Unlängst hörte ich schon wieder ungewollt einigen Menschen zu, wie sie sich über das omnipräsente Thema Greta Thunberg unterhielten. Dieses Mal waren die Kommentare sehr unqualifiziert und beleidigend. Erbost über die grüne Welle in der Schweizer Politik, wurde Greta als Buhmann und Verantwortliche für diese Veränderungen ausgemacht, man habe die Schnauze voll von ihr. Die wildesten Spekulationen und Verschwörungstheorien kursieren und man hätte genug von diesem manipulierten, polarisierenden Mädchen.

Jeder ist zum Fachmann geworden und bei jedem ihrer Schritte wird kritisch Verwerfliches und nicht Authentisches gesucht. Die riesengrosse Empörung über die Jugend, die sich erlaubt, aufzubegehren und dies während der Schulzeit, nimmt kein Ende. Die Freitagsdemonstrationen wurden aufs Schärfste verurteilt und ständig höre ich die klassischen Generationenargumente. «Zu meiner Zeit, da…» oder «Wir waren ordentlicher, anständiger und bescheidener!»

Den Greta-Effekt zu erleben und zu beobachten finde ich sehr spannend. Im Gegensatz zu ähnlichen Phänomenen in den letzten hundert Jahren kann die junge Frau die globale Bevölkerung für etwas bewegen, was für bessere Lebensbedingungen der gesamten Menschheit sorgen soll. Zum Vergleich: Andere Persönlichkeiten, die innert kürzester Zeit zu weltweitem Bekanntheitsgrad gelangt sind, nutzten diesen für schändliche Machtgelüste und eigene Interessen, förderten Elend und Weltkriege. Was kann es also sein, was viele dennoch so gegen die schwedische Klimaaktivistin aufbringen?

Wenn ich mir das Wirken der Siebzehnjährigen ansehe, so bin ich davon sehr beeindruckt. Unermüdlich steht sie weltweit für den Klimaschutz ein, unzählige Reden, Gespräche und Interviews, Treffen mit namhaften Persönlichkeiten unserer Zeit. Auch öffentlichen Anfeindungen und Vorwürfe muss der Teenager aushalten können. So zum Beispiel vom Historiker Niial Ferguson, der generell die politischen Anliegen von Thunberg kritisch sieht: «Das ist nicht die Stimme der Wissenschaft. Es ist die Stimme der Anführerin einer Endzeit- und Erlösungsbewegung.»

Während ihre Altersgenossen pubertieren, tritt sie an der Uno-Klimakonferenz 2019, am Uno-Klimagipfel, am Weltwirtschaftsforum in Davos, sowie vor dem europäischen Wirtschafts-, und Sozialausschuss auf und hält sehr engagierte Reden, die aufhorchen lassen. Neben unzähligen Staatsoberhäuptern und bedeutenden Politikern erhält Greta sogar eine Audienz beim Papst und legt sich mit dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump an. Sie gewinnt unzählige Preise und Ehrentitel und steht weit oben auf der Liste der einflussreichsten Teenager und Persönlichkeiten weltweit. Und dies innerhalb von wenigen Jahren!

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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