Sie habe schlecht geschlafen, sagt Christa Gebert. Mehrmals sei sie in den frühen Morgenstunden aufgewacht mit dem Gedanken: «Heute ist der Tag der Entscheidung!»
Gebert ist eine von zuletzt fast 100 Personen des Bürgerforums «Stadtraum-Nein» in Rapperswil-Jona. Die Gruppe, darunter viele direktbetroffene Anwohner der Strasse, kämpfte mit Flyern und Plakaten gegen die städtische Vorlage, die eine Aufwertung der Ost-West-Achse versprach.
Die unruhige Nacht erwies sich für die Gegner als unbegründet. Kurz nach 15 Uhr erfuhren Christa Gebert und ihre Mitstreiter im Stadthaus, dass ihr Kampf erfolgreich war. Fast 69 Prozent sagten Nein. Ein massives Votum. Marcel Gasser, Sprecher des Komitees, vollführte spontan in einen kleinen Freudentanz. Es folgte ein Handshake mit Bauchef Thomas Furrer für die Fotografen. Die gute Miene des Bauchefs ist allerdings aufgesetzt. Die Enttäuschung ist riesig (siehe Interview).
«Das «Kuckucksei» entlarvt
Ziel der Vorlage war es, die rund 2,7 Kilometer lange Ost-West-Achse der Stadt auf der Neuen Jonastrasse und der St. Gallerstrasse aufzuwerten. Geplant war mehr Platz für Fussgänger, Bus und Velos; aus der heute reinen Strassenverbindung sollte ein lebendiger Stadtraum werden. 80 bis 100 Millionen Franken waren dafür vorgesehen, davon hätte die Stadt rund 30 Millionen selber berappen müssen.

