Politik

Russikerin wünscht sich eine dorfinterne Plastiksammelstelle

Lilian Moschin möchte für die Entsorgung ihrer Plastikabfälle nicht jedes Mal nach Pfäffikon fahren müssen. Die Gemeinde sieht jedoch von einer separaten Entsorgungsstation ab.

Russikerin wünscht sich eine dorfinterne Plastiksammelstelle

Lilian Moschin kommt mit einem Eimer voller Plastikabfälle aus der Küche. Die 81-jährige Russikerin schüttelt ihren Kopf. «Diese Abfälle produzierte ich als Einzelperson in den letzten zehn Tagen.» Im Eimer befinden sich Fleisch- und Keksverpackungen sowie Joghurtbecher. Vor ungefähr zwei Jahren begann Moschin, Abfälle wie diese separat zu sammeln und nicht in den herkömmlichen Haushaltskericht zu werfen, sondern regelmässig  zum Aldi in Pfäffikon zu bringen.

«Ich bin keine Grüne, sondern handle mit gesundem Menschenverstand.»

Lilian Moschin, wünscht sich eine Plastikentsorgungsstelle

Abgesehen von der Entsorgungsstelle Schanz in Pfäffikon sei der Aldi der einzige Ort, wo man den Plastik loswerden kann. «Weder die Grossverteiler noch unsere Gemeinde kümmern sich um dieses Thema. Bei all dem Plastik-Gejammer wäre das aber wünschenswert», hält Lilian Moschin fest. Und betont gleich im nächsten Atemzug, dass sie «schon keine Grüne sei». Sondern einfach mit gesundem Menschenverstand handle, was ihren eigenen Konsum angehe.

Betreffend der Recyclingmöglichkeiten hat sie aber einen Wunsch an die Gemeinde: Eine dorfinterne Entsorgungsstelle für Plastik. «Momentan kann ich noch Autofahren. Was, wenn nicht mehr? Und was machen jene Leute, die es bereits jetzt nicht oder nicht mehr können?» Extra den Bus nach Pfäffikon nehmen, nur um Abfälle zu entsorgen, würde wahrscheinlich niemand, so die Russikerin. 

Offenes Gehör der Gemeinde

Sie sei mit dem Wunsch einer Plastiksammelstelle auch schon an die Gemeinde getreten. Mehr als ein offenes Gehör konnte man ihr aber nicht bieten. «Mir wurde gesagt, dass meine Idee einer eigenen Recyclingstation im Dorf gut sei. Das wars dann aber auch schon.» 

Marc Syfrig, Gemeindeschreiber von Russikon verweist darauf, dass es vor dem Gemeindehaus in Russikon, wie auch in den Aussenwachten der Gemeinde, bereits herkömmliche Entsorgungsstellen gibt. «Blech, Alu und Glas kann man in der Gemeinde entsorgen.» Alle anderen Abfälle müssen zur Entsorgungsstelle Schanz in Pfäffikon gebracht werden. «Unsere Gemeinde hat sich dieser angeschlossen. Wir sind zu klein, um selber eine Recyclingstation zu betreiben.» Es würde Personal und Platz benötigt. «Dafür haben wir zu wenig Einwohner.»

«Wir sind zu klein, um selber eine Recyclingstation zu betreiben.»

Marc Syfrig, Gemeindeschreiber Russikon

Die Sammelstelle in Russikon soll in den kommenden Jahren erneuert werden. Darüber, ob dann auch ein Container für Spezialabfälle wie eben Plastik aufgestellt wird, habe man im Gemeinderat noch nicht gesprochen, wie Syfrig sagt.
 
Distanz bleibt das Problem

Diese Antwort stellt Lilian Moschin nicht zufrieden. Sie weist noch einmal auf die Distanz zwischen Russikon und Pfäffikon hin. «Es wäre viel einfacher, Abfall zu entsorgen, wenn man das direkt im Dorf könnte.» 

Ausserdem gibt sie zu bedenken, dass die Bereitschaft, den Abfall zu trennen, vermutlich höher wäre, wenn man nicht noch den langen Weg zur Pfäffiker Recyclingstation zurücklegen müsste. Sie hofft deshalb, dass sich der Gemeinderat die Idee eines Plastik-Containers noch einmal durch den Kopf gehen lässt.

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