Christina Gasser, warum singen Sie?
Christina Gasser: Für mich ist Singen etwas Wohltuendes, etwas für Körper, Geist und Seele.
Spüren Sie diese Kombination auch bei den Mitgliedern des «Gospelprojects»?
Trotz hohem Lernaufwand sagen viele Chormitglieder, dass ihnen das Singen sehr gut tue und dass sie damit ihre Batterien wieder aufladen könnten.
Das Projekt ist so aufgebaut, das sich der Chor jedes Mal von neuem formiert. Wäre es nicht einfacher, wenn er fix zusammengesetzt wäre und das ganze Jahr üben kann?
In Bezug auf den musikalischen Aspekt sicher. Aber es hat auch etwas Knisterndes, wenn immer wieder neue Leute dazukommen. Sie bringen neue Impulse und neue Begeisterung. Ausserdem trifft die Projektform, die vor 20 Jahren noch ziemlich innovativ war, den heutigen Puls der Zeit. Viele wollen sich nicht mehr für mehrere Jahre verbindlich einem Verein verpflichten. Sondern sie überlegen kurzfristiger, was in ihrem Jahresplan Platz hat.
«Viele wollen sich nicht mehr für mehrere Jahre verbindlich einem Verein verpflichten.»
Wo liegen bei dieser Form die grössten Herausforderungen?
Einerseits innert kurzer Zeit musikalisch bühnenreif zu werden. Andererseits, dass es jedes Mal eine neue Chorkonstellation mit unterschiedlichen Individuen ist, die zu einer Gemeinschaft zusammenwachsen muss. Am Schluss ist hörbar, ob sie als Einheit auf der Bühne stehen oder einfach nur gelernte Songs präsentieren.

