Abo

Politik

Vor 100 Jahren starb ein grosser Bäretswiler

Vor 100 Jahren verstarb der bekannte Zürcher Oberländer Johannes Stössel, Regierungsrat, Nationalrat und Ständerat. Ein Bäretswiler Heimatkundler fasst sein Wirken zusammen.

Am 7. November 2019 jährt sich zum 100. Mal der Todestag von alt Regierungsrat Johannes Stössel, einer herausragenden Gestalt des Zürcher Oberlandes. 1837 geboren als Sohn einer Kleinbauernfamilie in Bettswil-Bäretswil, verteidigt der junge Oberländer an der Zürcher Universität schon mit 22 Jahren seine juristische Dissertation.

Zehn Jahre später wird der überzeugte Demokrat Statthalter des Bezirks Hinwil, 1873 Staatsanwalt. Mit Ludwig Forrer gehört Stössel zu den bestimmenden Exponenten der demokratischen Bewegung, speziell auch im Zürcher Oberland. Dem Durchmarsch der Demokraten verdankt die Schweiz das hohe Gut der direkten Demokratie (in der Zürcher Verfassung seit 1869, in der BV seit 1874).

Ein Demokrat mit sozialem Öl

Für volle 42 Jahre, von 1875 bis 1917, anvertraut ihm die Zürcher Bevölkerung das Amt eines Regierungsrates. Vor allem in den 1880er Jahren ist Johannes Stössel neben Walter Hauser die führende Persönlichkeit in der Regierung. In dieser Zeit ist er auch Präsident des schweizerischen Gewerbeverbandes und der Gemeinnützigen Gesellschaft des Kantons Zürich. 1897/98 präsidiert er die FDP Schweiz.

Vielleicht noch mehr als sein Zeitgenosse Adolf Guyer-Zeller bleibt Stössel ein Sohn seiner Heimat. Für Heimweh-Oberländer gründet er 1876 den «Zürcher Oberländer Verein», den er über 40 Jahre präsidiert. Johannes Stössel bleibt zeitlebens ein Politiker mit Herz und ein Mann des Volkes, dessen Wohl er sich verschrieben hat. Seine einfache Herkunft, aber auch seine Begegnung mit dem ehemaligen Sozialisten Treichler, «weihen seine demokratische Gesinnung mit sozialem Öl».

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?