Andreas Zumbühl, Sie sind seit gut einem Monat als Geschäftsleiter bei der Stiftung zur Palme. Wie erlebten Sie die ersten Wochen?
Andreas Zumbühl: Stark begeistert bin ich von der Freundlichkeit. Die «Palme» hat mich sehr offen empfangen. Die Bewohnerinnen und Bewohner kamen auf mich zu und wollten wissen, wer ich bin. Sie wollten mich kennenlernen. Diese Offenheit ist nicht selbstverständlich. Laut meiner Einschätzung ist diese eine Riesenstärke der «Palme».
Sie kommen dadurch den Leuten, die hier leben und arbeiten, sehr nahe. Kann das auch problematisch sein?
Ich bin seit 25 Jahrein im Gesundheitsbereich sozialer Institutionen tätig; komme als von der Basis. Für mich ist es keine grosse Herausforderung, diese Nähe zu pflegen. Das habe ich im Blut. Ich arbeite vielfach mit dem Prinzip der offenen Türe. Die Leute aus dem Atelier beginnen wie ich morgens um halb acht mit der Arbeit und wir starten zusammen in den Tag. Da bleibt auch Zeit für den ersten Schwatz.
«Obwohl ich auf einen grösseren Betrieb Einfluss nehme, ist dieser kleiner wie vorher.»
Vorher waren Sie als Geschäftsführer beim Verein Werchschüür in Zürich tätig. Was hat Sie dazu bewegt, die Stelle zu wechseln?
Die Werchschüür ist eine kleine Institution. Ich hatte viel Gestaltungsspielraum und konnte einiges entwickeln. Aber ich merkte, dass die Möglichkeiten zum Weitergestalten begrenzt sind. Ich war neugierig auf etwas Neues.
Zeichnen sich im Vergleich zur «Palme» grosse Unterschiede ab?
Die Strukturen waren – aufgrund der Grösse – viel schlanker. Als Geschäftsleiter prägte ich Kultur und Strukturen fast in Person. In der «Palme» bin ich nun Teil einer grösseren Struktur. Ich freue mich, auf einen grösseren Betrieb Einfluss zu nehmen . Die Menschen, die in der Werchschüür unterstützt werden, sind nicht kognitiv, sondern vor allem psychisch beeinträchtigt. Somit sind die Angebote für die Menschen in der «Palme» anders ausgerichtet.

