Die Tragikomödie, wie der Schweizer Autor sein Stück nennt, findet auch heute noch Anklang: Am Schluss mischten sich Rufe, Klatschen, Pfeifen und Bravos zu einem lautstarken Applaus. Ein Beweis, dass das Stück seine Aktualität nach wie vor nicht eingebüsst hat: kann man Gerechtigkeit kaufen? Sind Geld und Macht wichtiger als Recht? Ist jede und jeder käuflich, ist es nur eine Frage des Preises?
Die Rückkehr nach Güllen
Nach etwa 30 Jahren kehrt Claire Zachanassian, geborene Wäscher, in ihr unterdessen völlig verarmtes Heimatdorf Güllen zurück. Sie ist mehrfache Milliardärin und bietet den Güllenerinnen und Güllenern eine Milliarde, wenn sie Alfred Ill töten. Er hat sie damals geschwängert, die Vaterschaft abgestritten, die Zeugen bestochen, Claire wurde aus dem Dorf gejagt.
Jetzt kehrt sie zurück und will Rache. Zunächst wehren sich Bürgermeister, Pfarrer, Lehrer und Polizist, also die ganze Dorfprominenz vehement gegen dieses Ansinnen, schliesslich ist Ill ein hoch angesehener Bürger. Doch nach und nach leisten sich alle mehr Luxus auf Pump. Spannend beschreibt Dürrenmatt, wie sich eine Stimmung ändern und gar kippen kann.
Die junge «alte Dame»

