Träumen Sie bereits von den kommenden Festtagen zwischen Weihnachten und Silvester? Oder sind Sie gar schon im 2020 gelandet und steuern - bequem vom Sofa aus – jene Traumdestinationen an, die Sie demnächst unbedingt besuchen «müssen»? Welche Länder, Komfortstandards und Klimazonen uns in die Ferne locken, verrät viel über unsere Persönlichkeit. Denn Reiseziele und regionentypische Fotosujets sind zweifelsohne Projektionsflächen des persönlichen Charakters und üben eine starke Magnetwirkung aus – dabei ist deren subjektive Wahrnehmung bei jedem Betrachter unterschiedlich.
«Wir sehen immer das, was wir sehen wollen, nämlich unseren ganz persönlichen Traum vom idealen Urlaub», kommentiert der Münsteraner Professor und Diplom-Psychologe für Differentielle Psychologie (Persönlichkeitspsychologie) Alfred Gebert die Destinations-Hitparade resp. die bevorzugten Fotosujets.
Der bekannte Wissenschaftler – er amtiert auch als Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Medienwirkungsforschung - ist davon überzeugt, dass die Vorliebe für ein bestimmtes Motiv viel über unsere Persönlichkeit verrät. So untersuchte er die am häufigsten angeklickten Bilder eines Reise-Portals für exklusive Destinationen auf ihre psychologische Wirkung und definiert aufgrund dieser Entscheidungskriterien die Motive, die die Wesenszüge der Betrachter widerspiegeln. Zwar mögen die Typisierungen an Horoskope erinnern und spekulativ wirken; aber sie regen zumindest zur Analyse und zum Hinterfragen eigener Präferenzen an.
Laut diesen Analysen zählen beispielsweise Alpen-Liebhaber zu den eher introvertierten Träumern und Geniessern, die schönen vergangenen Zeiten nachhängen und Veränderungen gegenüber eher kritisch eingestellt sind. Wenn es indessen gelinge, hinter die kühle Fassade zu blicken, sei man von der Sinnlichkeit, Feinfühligkeit und Sensibilität dieser als treu, zuverlässig und vernünftig geltenden Menschen beeindruckt.
Ebenfalls als treue Seelen eingeschätzt werden Marokko-Fans, die sich von einem edlen Riad in Marrakech inspirieren lassen. Sie seien unkompliziert und wünschten sich ein geordnetes Leben ohne viel Aufregung. Immerhin: «Als freundliche, hilfsbereite Menschen gehen sie für ihre Liebsten durchs Feuer.»

