Aakash Sethi sitzt in einem hellbraunen Ledersessel. Vor ihm auf dem Tisch steht ein grosser Bildschirm, ein Laptop und ein Keyboard. Am Ordnergestell rechts von sich hat er ein Mikrofon befestigt. Auf dem Bildschirm ist ein Programm geöffnet, das verschiedenen Tonspuren anzeigt. «Das Zimmer ist mein Studio. Hier verbringe ich den grössten Teil meiner Freizeit.»
«Ich schob die Arbeit immer wieder vor mir her.»
Der 15-jährige Russiker hat seine grosse Leidenschaft in der Musik gefunden. Schon seit er ein Kind war, interessiere er sich dafür, wie diese produziert wird. «Ich machte mich schlau über die benötigten Programme und eignete mir das Wissen an, wie man vorgeht.» An einen eigenen Song hatte er sich aber bis vor drei Wochen nicht getraut. «Ich schob es immer wieder vor mir her.» Bis sein Vater ihn mit einer Challenge herausforderte.
Zehn Franken als Belohnung
Aakash würde zehn Franken erhalten, wenn er es schafft, innert drei Tagen einen Song fertig zu produzieren. Also Beat, Melodie, Text und Gesang. Der Deal wurde an einem Freitag per Handschlag besiegelt. «Das motivierte mich, weil ich ein Ziel vor Augen hatte.» Trotzdem habe er erst am Sonntag mit der Arbeit begonnen.
«Ich weiss gar nicht mehr, warum ich die Arbeit bis zum Schluss vor mir herschob. Am Ende war ich froh, rechtzeitig fertig geworden zu sein.» Die zehn Franken hat er, wie von seinem Vater versprochen, erhalten – und diese Belohnung entfachte die Leidenschaft neu. «Seit dieser Challenge bin ich nur noch am Produzieren. Den Aufwand scheue ich nicht mehr.»

