Als vor rund zwei Jahren die Organistenstelle in Hittnau vakant war, hatte sich Gabriele Marinoni beworben. Der Organist und Kirchenmusiker überzeugte beim Probespiel und wurde aus dem Kreise der Kandidaten ausgewählt. Die Faszination für die Orgel begleitet den heute 32-Jährigen, der in der italienischen Provinz Como aufwuchs, seit seiner Kindheit.
Schon als kleiner Junge versuchte er, die Stücke, die er auf dem Klavier gehört hatte, auf der Orgel der örtlichen Kirche nachzuspielen. Das Fundament für die berufliche Laufbahn war gelegt. Musik, im Speziellen Kirchenmusik und Orgel, sollte es sein. Es folgten Jahre intensiver Ausbildung, unter anderem absolvierte er das Bachelor- und Masterstudium in Orgel und besuchte verschiedene Meisterkurse. Seine so entstandene tiefe Beziehung zur Orgel lässt er nun in eine Konzertreihe einfliessen.
Gabriele Marinoni, die Orgel begleitet Sie schon sehr lange. Was fasziniert Sie an diesem Instrument?
Gabriele Marinoni: Sie ist ein sehr komplexes Instrument. Dennoch kann sie extrem poetisch klingen, aber auch stark und majestätisch. Sie kann so dynamisch wie ein Orchester sein. Diese Idee zeigt sich im ersten Konzert dieser Reihe: Hier erklingen Arien, die ursprünglich für eine Orchesterbesetzung geschrieben wurden. In diesem Fall kann die Orgel tatsächlich die Stücke neu instrumentieren.
«Die Orgel ist die Bewahrerin der abendländischen Musikkultur par excellence.»

