Rüti, Wald und Bubikon erhalten ein Freiwilligen-Netzwerk
Eine Gruppe von Oberländern will in Bubikon, Rüti und Wald Solidarität fördern. Zu diesem Zweck plant sie die Gründung einer Genossenschaft namens Kiss. Kiss steht für «keep it small and simple» – die Sache soll also klein und einfach bleiben.
Die Ziele von Kiss sind Angebote in Nachbarschaftshilfe, Spontanhilfe, Begleitung und Betreuung, wie einer Medienmitteilung der Spurgruppe zu entnehmen ist. Die Arbeit soll freiwillig erfolgen, als Gegenwert sind so genannte Zeitgutschriften vorgesehen. Diese kann man sammeln und dann beziehen, wenn man selber Hilfebedürftig ist.
Finanzierung durch Sponsoren und Gemeinden
Laut Spurgruppe bestehen die Pläne seit Juni dieses Jahres. Die Gruppe umfasse acht Frauen und Männer aus Bubikon, Rüti und Wald, jünger und älter, berufstätig und pensioniert, die sich «für diese gute Sache» engagieren wollten.
Ihnen zufolge wollen sie nun ein Konzept entwickeln, dieses den drei politischen Gemeinden und weiteren Interessierten vorlegen, ein Budget aufstellen und Kontakte zu Geldgebern knüpfen. Dann gelte es auch die Bevölkerung zu informieren, dazu Statuen und Stellenbeschreibungen zu erarbeiten, um eine Geschäftsleitungs- und Koordinationsstelle schaffen zu können. Finanzieren sollen das Sponsoren und Gemeinden – zudem verkauft die Genossenschaft Anteilsscheine. Das Projekt Kiss Zürcher Oberland sei auf gutem Weg, die Gründung der Genossenschaft absehbar.
Demographische Entwicklung als Ursprung
Als Basis ihres Projekts gibt die Spurgruppe die demographische Entwicklung an. Sie zeige deutlich, dass immer mehr Menschen hochbetagt würden und gerne so lange in ihrem vertrauten Wohnumfeld blieben. Es mangle indes zunehmend an Fachpersonal fürs Gesundheitswesen. «Insbesondere Zeit für Zuwendung, Betreuung, kleine Hilfestellungen und ganz fundamental wichtige alltägliche Dienstleistungen fehlt oder ist kaum mehr finanzierbar.»
Betroffen seien nicht nur Hochbetagte, sondern auch akut oder chronisch kranke jüngere Menschen oder Familien mit kranken und kognitiv oder körperlich beeinträchtigten Kindern, die von Angehörigen gepflegt würden. «Dies nicht selten zusätzlich zu einem ohnehin schon anspruchsvollen Berufsalltag. Sie haben dringend punktuelle Unterstützung nötig.»
Keine Konkurrenz für Bestehende
Kiss will deshalb die Möglichkeit für kürzere oder längerfristige Projekteinsätze schaffen, egal ob im Alters-, Integrations-, Jugend- oder Familienbereich. Bestehende Angebote von Privaten oder der öffentlichen Hand wolle man nicht konkurrenzieren, sondern durch zusätzliches Engagement ergänzen.
Gründen will die Spurgruppe das Projekt aus ihren drei Gemeinden heraus. «Ein späteres Mitgehen anderer Gemeinden im Zürcher Oberland ist jedoch möglich.» Die Genossenschaft will in Bubikon, Wald und Rüti je eine Koordinationsstelle führen, wo sich interessierte Helfer melden können.
Dort sollen die Fähigkeiten und Ressourcen der Helfer erfasst werden. Bitte dann eine Person um Unterstützung, könne die Koordinationsstelle die möglichst passende Helferin oder den Helfer vermitteln.
Die Gründung der Genossenschaft steht laut Mitteilung im kommenden Jahr an. Sie soll Teil der Dachorganisation Kiss Schweiz werden, die per 2020 bereits rund ein Dutzend regionaler Kiss-Organisationen unterstützen wird.

