Als mein Abenteuer Auslandstudium begann, war ich zu Beginn etwas skeptisch. Würde ich aus Schlatt mich in einer Grossstadt wie London wirklich wohlfühlen? Könnte ich mir wirklich vorstellen, zwischen Hochhäusern und Rotlichtern zu leben, fernab von jeglicher Natur? Nicht nur ich hatte Zweifel, sondern auch ein grosser Teil meines Freundeskreises: Das Landei hatte sich da echt etwas vorgenommen.
Natürlich war ich bereits davor oft im Ausland, aber irgendwo in die Ferien zu gehen, ist am Schluss eben schon nicht wirklich dasselbe, wie in einem fremden Land zu wohnen. Am deutlichsten habe ich dabei gemerkt, was Heimat für mich bedeutet. Heimat ist für mich die Schweiz, unsere Werte und der Reichtum an landschaftlicher Schönheit, welchem wir tagtäglich begegnen und doch oftmals gar nicht mehr richtig wahrnehmen.
«Heimat ist ein Begriff, bei dem jedem Einzelnen ein anderes Bild in den Sinn kommt.»
Was ist Heimat für Sie? Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn jemand Sie fragt, was für Sie «Heimat» bedeutet? Eigentlich eine spannende Frage, denn ich bin überzeugt, Heimat ist ein Begriff, bei dem jedem Einzelnen ein anderes Bild in den Sinn kommt. Ist es das Elternhaus, ein Gefühl von Geborgenheit oder ein Abend mit Freunden?
Ist man dabei glücklich oder eher wehmütig? Eine schwierige Frage, und doch wird jedem und jeder etwas dazu in den Sinn kommen. Während meines Jahres in London habe ich ganz konkrete Dinge vermisst, wie zum Beispiel Sonne, Brot und Schokolade. Ich bin ehrlich: Natürlich haben mir auch viele persönliche Kontakte gefehlt, aber wenn es hart auf hart kam, dann war es Schokolade. Nichts geht über ein «Minörli».

