«Das ist ein sehr forderndes Buch, ich bin nudelfertig». Mit diesen Worten startete Dieter Zwicky die Moderation zur Lesung mit der Autorin Zsuzsanna Gahse. Die 73-Jährige wurde dieses Jahr mit dem Schweizer Grand Prix Literatur geehrt.
Am Donnerstag las sie zum ersten Mal aus ihrem neuesten Buch «Schon bald», das erst am 1. September beim Wiener Verlag Edition Korrespondenzen erschienen ist. Zwicky, selbst in Uster wohnhafter Schriftsteller, stellte Gahse dem Publikum in der Villa Grunholzer weiter als eine «Sprachkünstlerin sondergleichen» und als eine, die «bersekerisch viel gearbeitet hat», vor. Tatsächlich musste Zwicky zwei bedruckte A4-Seiten mitbringen, um alle Werke der Schriftstellerin aufzulisten.
«Das Buch ist im Grunde genommen bereits das Gespräch über das Buch.»
Zsuzsanna Ghase, Autorin
Rund 40 Besucherinnen und Besucher waren erschienen, um der Erstlesung von «Schon bald» beizuwohnen. Nachdem Gahse ihren Text kurz in etwas Kontext eingebettet hatte – er sei eine Reaktion auf den Roman «Les choses» von Georges Perec – begann sie mit der Lesung.
In 40 Minuten las sie fünf Kapitel ihres Werkes, das sehr lyrisch und selbst-reflexiv daherkommt. Oder wie Zwicky sagte: «Das Buch ist im Grunde genommen bereits das Gespräch über das Buch». Das Werk ist kein Roman und folgt nicht einer Handlung im klassischen Sinne – «das will ich torpedieren», sagte Gahse. Stattdessen ist ihr Schreiben irgendwo zwischen Prosa und Lyrik angesiedelt. «Es geht um das Räumen einer Wohnung und das dort entstehende Theater», fasste Gahse das Buch lapidar zusammen.

