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Das Leben ist in die Villa Spörri zurückgekehrt

Die vier Frauen des Vereines Villa Spörri ziehen nach einem Jahr ein positives Zwischenfazit. Doch die Frage, wie lange der Verein in der Villa bleiben darf, bleibt immer im Hinterkopf.

Regula Meili, Barbara Meili, Ruth Bretscher und Rosmarie Bosshard (v.l.) haben den Verein Villa Spörri gegründet. , Mit ihrem gemeinnützigen Verein haben sie als Zwischennutzer die Villa wieder belebt. , Bis 2013 wohnten im «Altersheim Luppmenhof» noch Hittnauer Senioren. Danach stand das Haus leer.

Archivfoto: Fabio Meier

Das Leben ist in die Villa Spörri zurückgekehrt

Das Wichtigste in Kürze

  • Im August 2018 eröffnete die Villa Spörri mit ihren diversen Angeboten
  • Die Initiantinnen sind mit dem ersten Jahr mehr als zufrieden
  • Da sie nur als Zwischennutzer eingemietet sind, ist der Planungshorizont begrenzt

 

Die Sonnenstrahlen fluten durch die hohen Fenster der Villa Spörri in Hittnau. Auf Tischen und Kommoden sind kleine Blumensträusschen aufgestellt, der Duft von Kaffee und frischgebackenem Kuchen liegt in der Luft. Im Flur des altehrwürdigen Gebäudes hängt ein Porträt des Mannes, der vor rund 50 Jahren der Villa ihren Namen gegeben hat: Emil Spörri, Textilfabrikant und Stiftungsvater.

Jeden Mittwochmorgen und Donnerstagnachmittag betreiben die vier Gründerinnen des gemeinnützigen Vereines Villa Spörri hier ein Café. Es ist eines von verschiedenen Angeboten, mit denen Barbara Meili, Ruth Bretscher, Regula Meili und Rosmarie Bosshard den Hittnauerinnen und Hittnauern seit rund einem Jahr einen Treffpunkt bieten.

Mitte September stimmte die Hittnauer Gemeindeversammlung dem Gestaltungsplan Luppmenpark zu. Mit ihm besteht nach Jahren der Planung eine Grundlage, um auf dem Areal Alterswohnungen bauen zu können (wir berichteten). Der Verein hat die Villa als Zwischennutzer gemietet.

Der politische Entscheid ändere an ihrem Tagesgeschäft jedoch nichts, so Regula Meili, die in der Villa ein Grafikatelier betreibt und als einzige auch hier wohnt. Ihre Schwester Barbara Meili führt eine psychologische Praxis im Erdgeschoss, im ersten Stock betreibt Ruth Bretscher eine Gesundheitspraxis. Zusammen mit Kindergärtnerin Rosmarie Bosshard haben sie das Projekt «Villa Spörri» auf die Beine gestellt und im August vor einem Jahr Eröffnung gefeiert. As «Ur-Hittnauerin» konnte speziell Bosshard auf jahrzehntelange Bekanntschaften zählen, die den Verein unterstützen. Mittlerweile zählt er rund 40 Mitglieder. 

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Der lang ersehnte Grundstein für die geplanten Alterswohnungen im Luppmenpark ist gelegt. Beitrag in Merkliste speichern Als regelmässige Veranstaltung neben dem Café leitet Ruth Bretscher alle zwei Wochen am Mittwochmorgen eine Krabbelgruppe. Doch nun soll sich ein weiteres Herzensprojekt der vier Frauen etablieren: «Gottfried Keller zu Gast in der Villa Spörri». Die Lesungen, die in der Gemeinde Wald bereits zur Tradition gehören, sollen auch in Hittnau Fuss fassen (siehe Box). 

Am Sonntag, 29. September, findet um 18 Uhr die erste Lesung mit anschliessendem Apéro in der Villa Spörri statt. J á nos Stefan Buchwardt liest Texte von Gottfried Keller, begleitet durch den Zürcher Geiger Matthias Lincke. Der Salon der Villa bietet für maximal 35 Personen Platz. Reservierungen via villaspoerri@gmx.ch bis spätestens Freitag, 27. September. Der Eintritt mit Apéro kostet 18 Franken. Weitere Informationen auf der Website des Vereines.

 

«Vermehrte kulturelle Veranstaltung in und um die Villa sind unser nächstes Ziel», sagt Barbara Meili. Gleichzeitig seien die Ressourcen beschränkt. «Oft müssen wir uns selbst bremsen, damit wir uns nicht übernehmen», sagt Rosmarie Bosshard. «Schliesslich arbeiten wir alle ehrenamtlich hier.» Wie das erste Jahr gelaufen sei, übertreffe die Erwartungen. «Wir sind zwar immer noch im Aufbau, aber die Erfahrungen und Rückmeldungen sind durchwegs positiv», sagt Barbara Meili. 

Jugendliche benehmen sich

Dabei war die Idee des gemeinnützigen Vereines erst bei der Besichtigung der Villa entstanden. «Normalerweise sucht man ja einen Raum für ein Projekt – bei uns war es umgekehrt», sagt Regula Meili. «Es passt einfach mit uns», fügt Ruth Bretscher hinzu. «Das haben wir bereits am Eröffnungsfest gemerkt, als wir völlig überrannt wurden. Es funktionierte, wir haben ab dem ersten Moment Hand in Hand angepackt.»

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Ein Café, eine Krabbelgruppe und kulturelle Veranstaltungen: Der Verein Villa Spörri bringt Leben href=”/flag/flag/np8_favorites/2641222?destination=batch&token=y3bIK7AtufRbJpxrISiEb_-6ayrgL9EbS5Z0t9XrNq0″ title=”” class=”no-tts use-ajax flag flag-np8_favorites flag-np8_favorites-2641222 action-flag”>Beitrag in Merkliste speichern Seitdem in der Villa das Leben zurückgekehrt ist, hätten sich auch die Probleme mit Jugendlichen im Luppmenpark grösstenteils gelöst. Die Rückmeldung, dass nun auch um das Haus herum eine andere Atmosphäre herrsche, bekämen sie immer wieder. «Das war auch für mich einer der Beweggründe, mich einzusetzen», sagt Rosmarie Bosshard. «Das zuvor verlassene Gebäude wiederzubeleben.»

Zukunft hängt von Bauherrschaft ab

Und trotzdem: «Die Frage, wie lange wir noch hier bleiben können, ist immer im Hinterkopf», sagt Barbara Meili. «Sie ist ein Bremsklotz für grössere Investitionen, dabei hätten wir so viele Ideen.» Jassnachmittage, eine Kindercoiffeuse, Tanz- oder Filmabende – «aber ohne genauen Planungshorizont ist es schwierig, auf Sponsorensuche zu gehen», sagt Meili. Und Ruth Bretscher ergänzt: «Am Ende hängt die Zukunft unseres Vereines von der Bauherrschaft ab.»

Ob die «Genossenschaft Alterswohnen Luppmenpark» oder die politische Gemeinde, die heutige Eigentümerin der Villa, die Alterswohnungen bauen wird, ist nämlich noch offen. 

Bestimmte Räume in der Villa Spörri können für private Angebote oder Anlässe gebucht werden. Ein Gästezimmer unter dem Dach wird an Personen vermietet, die eine Verbindung zu Hittnau haben. Weitere Informationen auf der Website www.villaspoerri.ch

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