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Politik

«Es gibt wahnsinnig viel Klugscheisserei»

Maximilian Hornung gilt als Weltklasse-Cellist. Vor seinem Konzert in Wetzikon spricht Hornung darüber, warum er gerne mit Laienorchestern auftritt und was solche Auftritte von denjenigen mit professionellen Orchestern unterscheidet.

Maximilian Hornung, wie kommt es, dass Sie als Star-Cellist im beschaulichen Wetzikon auftreten?
Maximilian Hornung: Ich habe viele Verbindungen nach Zürich, habe lange bei Thomas Grossenbacher an der Zürcher Hochschule der Künste studiert und daher kenne ich den Dirigenten Johannes Schlaefli schon lange. Wir haben seither schon sehr viel zusammen gemacht. Meine Tante lebt zudem seit 35 Jahren in Zürich. Man sagt auch, dass unsere Familie Vorfahren aus der Schweiz hat, wenn man 200 Jahre zurückgeht (lacht). Ich habe also eine sehr enge Verbindung zur Schweiz.

Ist es demnach als Freundschaftsdienst für den Dirigenten zu verstehen?
Das klingt immer so, als ob man sich für etwas verbiegen und Kompromisse eingehen müsste, dass man etwas machen muss, was man gar nicht will. Aber klar, ich mache es natürlich aus der Freundschaft heraus und würde es vielleicht nicht machen, wenn nicht Johannes dirigieren würde. Ich weiss, dass es immer schön ist, mit ihm zusammenzuarbeiten und wie toll es ist, mit einem nicht professionellen Orchester aufzutreten.

Wirklich, das mögen Sie?
Mit einem Laienorchester geht es um ganz anderes als um das perfekte Spiel: um die Begeisterung. Und die ist eigentlich viel wichtiger als das perfekte Spiel, das es ja sowieso nicht gibt. Die Motivation ist eine ganz andere. Man lernt einen unverfälschten Zugang zur Musik kennen, welchen man vielleicht früher einmal hatte, der in der Zwischenzeit aber verloren gegangen ist. Das Unüberlegte und Frische kriegt man mit einem Laienorchester wieder zurück. Deshalb finde ich es schön, dies gelegentlich zu tun.

Sie spielen mit den besten Orchestern der Welt, hier treten Sie mit Akademikern auf. Was ändert das für Sie?
Es ist schon so, dass man von vornherein ganz anders an die Sache herangeht. Beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks oder bei anderen grossen Orchestern erwartet man viel, viel mehr und hat die Möglichkeit, dass alle Erwartungen auch erfüllt werden. Bei Orchestern wie dem Alumni habe ich auch Erwartungen, gehe aber mit einer anderen Intention heran. Ich will natürlich ein gutes Konzert abliefern, aber der Weg dahin ist ein anderer. Ich achte beispielsweise darauf, dass eine supergute Stimmung herrscht und alle sehr motiviert sind.

Geniessen Sie es auch mal, wenn die Bühne und der Druck vielleicht nicht so gross sind wie sonst?
Das spielt nicht so eine grosse Rolle. Jedes Konzert ist wichtig, egal ob Du in der Carnegie Hall auftrittst oder wie jetzt in der Steinerschule. Wir spielen ja für unser Publikum und das bezahlt für die Eintrittskarte und will etwas erleben. Es ist eine Grundverantwortung, die ich habe, immer das Allerbeste zu geben. Ich würde auch nicht sagen, dass der Druck unterschiedlich ist – Druck macht man sich selber. Bei mir ist es eher eine positive Nervosität, die sich bei grossen Bühnen vielleicht noch etwas ausgeprägter zeigt.

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