Für eine Stadt ihrer Grösse weist Wetzikon eine beachtliche Dichte an Moscheen auf. Gemäss der stellvertretenden Stadtschreiberin Martina Buri sind es derzeit fünf an der Zahl. Das macht eine Moschee pro 5000 Einwohner. Wie viele Muslime Wetzikon leben, ist allerdings unbekannt. «Im Einwohnerregister werden nur gewisse Konfessionen geführt», sagt Buri. «Muslime und weitere Konfessionsangehörige werden nicht erfasst.» Wenn sich die Zahl im Schweizerischen Durchschnitt bewegt, dürften es allerdings deutlich über 1000 Personen sein.
Im Todesfall gelten für gläubige Muslime genaue Regeln und Rituale, die das islamische Rechtssystem vorschreibt. Erlaubt sind beispielsweise lediglich Erdbestattungen, wenn möglich am Todestag oder am Tag darauf. Die Gräber sind in der Achse 34-214 Grad Richtung Mekka anzulegen, das Gesicht des Verstorbenen sollte ebenfalls Richtung Kaaba liegen. Vor der Beerdigung muss ein Totengebet verrichtet werden, eine Autopsie ist verboten, ausser in Notfällen, und die Gebeine sollen nicht aus dem Grab entfernt werden. Gefordert sind zudem schlichte Grabsteine und eine einfache Bepflanzung.
Keine separaten Abteile
Wie der Wetziker Stadtrat in einem Beschluss schreibt, ist es auf dem Friedhof Wetzikon zwar weitgehend möglich, sich gemäss diesen Regeln und Ritualen bestatten zu lassen. Sich in einem separat abgegrenzten Abteil beisetzen zu lassen, könne man muslimischen Einwohnern aber nicht anbieten.
Diese Möglichkeit gibt es allerdings auf dem Stadtzürcher Friedhof Witikon. Seit Mai stehen dort zwei weitere muslimische Grabfelder zur Verfügung, weshalb die Stadt Zürich den umliegenden Gemeinden das Angebot unterbreitete, dieses ebenfalls zu nutzen. Der Wetziker Stadtrat hat dazu einem Anschlussvertrag zugestimmt.

