«Alles fahrt Schii, alles fahrt Schii» – mit diesem Schlager besang Vico Torriani 1963 einen schweizerischen Trend, der «Mamme, Bappe und Sohn» in die Sonne auf schneeweisse Pisten trieb. Trends gab es immer wieder und wird sie immer geben. Für eine bestimmte Zeit ist eine Sache, ein Nahrungsmittel oder Sport in aller Munde und bestimmt das Leben zahlreicher Menschen.
Es ist schwierig, sich dem Sog zu entziehen, schliesslich reagieren wir nicht immer rational. Sonst hätten Werbung und andere Beeinflussungsversuche keine Chance und könnten es könnte viel Geld eingespart werden. Auch Trends bestimmen unser Leben. Noch mehr – sie bestimmen unser Wohlbefinden.
Um einige Beispiele zu nennen: plötzlich verdrängte Margarine den Butter, weil sie angeblich gesünder ist. Plötzlich waren lange Haare bei männlichen Jugendlichen das Mass aller Dinge und wurden in der Gesellschaft akzeptiert. Da lenkten sogar konservative Militärköpfe ein und begegneten dem Trend 1992 mit der Einführung von Haarnetzen für Rekruten.
Plötzlich wurden Schlaghosen wieder modern. Plötzlich wurde Mini, dann Maxi, dann Schlabberlook, dann Eleganz Mode – und so fort. Vor allem die Bekleidungs- und die Nahrungsindustrie setzen Trends. Einerseits spüren sie die allgemeine Stimmung und den allgemeinen Gesellschaftszustand und andererseits bereiten sie den Boden dafür, sicher auch um das Geschäft anzukurbeln. Schliesslich wird jegliche Gewohnheit mit der Zeit langweilig.
Yoga ist einer der wichtigsten Trends, der schon so lange existiert, dass er kein Trend mehr, sondern Allgemeingut ist. Doch sucht die Industrie auch da neue Wege und aktuelle Anreize. In einem Werbeprospekt eines namhaften schweizerischen Kaufhauses beispielsweise wird ein neuer Trend – die «Wohlfühlhöhle – Rückzugsort in der Natur» – beschworen.

