Abo

Politik

Ein gefährliches Spiel auf dem Brückengeländer

Zwei Mädchen scheinen auf einem Fussgängersteg an der Töss zu spielen. Doch es ist kein Spiel. Sandra Renggli berichtet von einem Vorfall, den sie nie vergessen wird.

Die grössten Herausforderungen als Ersthelferin waren für mich immer die psychologischen Aspekte. Doch diese fristen bei der Ausbildung von Laienhelfern oft ein Schattendasein. In jeder Notfallsituation spielt die Psychologie eine grosse Rolle, doch die Helfenden sind darauf oft zu wenig vorbereitet. Das habe ich selbst einmal erfahren.

Wenn ich von meinem Büro aus dem Fenster schaue, sehe ich einen Fussgängersteg, der über die Töss führt. Der Steg besteht aus massiven, breiten Stahlträgern und Holzbohlen, das Geländer ist zirka 1,2 Meter hoch. In den letzten 25 Jahren kam noch niemand auf die Idee, darauf herumzuturnen. Das sollte sich an diesem Vormittag allerdings ändern. An diesem Tag, den ich nicht vergessen werde, stiess ich an meine Grenzen.

Sonderbares Verhalten

Zunächst sah alles harmlos aus. Zwei Mädchen, etwa acht und zehn Jahre alt, standen schon seit einiger Zeit auf dem Steg. Sechs bis sieben Meter darunter verläuft das steinige Bachbett Die beiden Mädchen verhielten sich sonderbar. Das grössere Mädchen begann an den Verstrebungen herumzuklettern. Prompt setzte sie sich auf das Geländer und liess die Beine baumeln.

«Ich wollte nicht die böse Frau sein, die fremde Kinder massregelt.»
Sandra Renggli, Notfallhelferin

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?