Caroline Gfeller hat ihr Leben dem Tanzen, genauer gesagt dem Flamenco verschrieben. Der andalusische Tanzstil, der seit 2011 zum «immateriellen Kulturerbe» der Unesco gehört, fasziniert die Russikerin seit ihrer Kindheit. Am Freitag, 13. September, zeigt sie ihr aktuelles Flamenco-Programm «Alma anhelosa» im Chesselhuus in Pfäffikon.
Frau Gfeller, wie muss man sich ihr Programm vorstellen, so als Nicht-Flamenco-Kenner?
Caroline Gfeller: (lacht)Dabei handelt es sich um ein Bühnenprogramm mit Live-Musik und Tanz. Grundsätzlich ist der Flamenco ein Solotanz – an dieser Vorstellung wird mich aber eine Freundin unterstützen. Eine Besonderheit ist ein Erzähler, der zwischen den Stücken poetische Lied und Gedichttexte rezitiert.
Weshalb haben Sie sich entschieden, einen Erzähler beizuziehen?
In unseren Breitengraden, wo der Flamenco nicht alltäglich ist, wirkt eine Vorstellung auf die Zuschauer teilweise befremdend. Die Tänzer, Sänger und Musiker blicken ernst und betören oft nicht unbedingt mit Fröhlichkeit. Flamenco erzählt Geschichten von Unterdrückung und von anderem Leid und Sehnsüchten der menschlichen Seele. Aber er ist auch Ausdruck für Lebensfreude, Liebe Stolz. Der «Erzähler» soll helfen, dass die Zuschauer die Geschichte oder die Stimmung eines Liedes oder Tanzes besser nachvollziehen können.
Caroline Gfeller, die in Russikon lebt, ist seit mehr als 25 Jahren begeisterte Tänzerin. Die zweifache Mutter machte dieses Hobby zum Beruf und begann 2012 den Flamenco-Lehrgang in Mannheim. Dort trainiert Gfeller bei «Flamenco Renate Wagner », dem einzigen Lehrinsitut mit der Anerkennung der Universität Granada ausserhalb Spaniens . Gfeller legt regelmässig Vordiplomprüfungen vor den Experten aus Granada ab.
Für die Vorstellung fliegen Sie Musiker aus Andalusien und Deutschland ein. Wie wählen Sie aus, wen Sie dafür anfragen?
Mir ist wichtig, dass ich mit Musikern auftreten kann, die aus diesem Kulturraum kommen, den Flamenco kennen und professionelle Künstler sind.

