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Spannungen in der Pfäffiker Kirchgemeinde

Per Ende August ist die Pfäffikerin Marianna Stauber als Kirchenpflegerin der Katholischen Kirchgemeinde zurückgetreten. Die Gründe lägen unter anderem in den Konflikten zwischen Kirchenpflege und Pfarrei.

In der katholischen Kirche St. Benignus in Pfäffikon brodelt es.

Archivfoto: PD

Spannungen in der Pfäffiker Kirchgemeinde

Obwohl sie erst im letzten Dezember in das Amt gewählt wurde, ist die Pfäffikerin Marianna Stauber Ende August bereits wieder von ihrem Amt als Kirchenpflegerin der Katholischen Kirchgemeinde Pfäffikon, Fehraltorf, Hittnau, Russikon zurückgetreten. Wie die Kirchenpflege in einer Mitteilung schreibt, begründe Stauber ihren Entscheid mit dem «fragilen und von Konflikten belasteten Zusammenspiel im dualen System sowie vielen neuen Abläufen mit entsprechenden Unsicherheiten im Zusammenhang mit dem Wechsel der Buchhaltungsstelle». 

Per Januar 2019 hatte die Kirchenpflege einen  Wechsel der Rechnungsführung vollzogen. Statt dem Finanzamt der Gemeinde Pfäffikon kümmert sich neu das Dienstleistungszentrum der Kantonalkirche (DLZ) darum.  «Dies war ein strategischer Entscheid, natürlich mit der Hoffnung, Kosten einzusparen», sagt Kirchenpflegepräsident Josef Annen auf Anfrage. «Zudem erhoffen wir uns, vom kirchenspezifischen Wissen des DLZ profitieren zu können.»

Schwieriger Einstieg

Der Wechsel sei jedoch weniger glatt abgelaufen, als sich die Beteiligten gewünscht hätten. «Die verschiedenen Wissensstände haben sich als grosse Hürde herausgestellt, nötige Informationen konnten nicht immer rechtzeitig ausgetauscht werden.» 

«Wir sind selber noch auf der Suche nach der genauen Ursache der Differenzen.»

Josef Annen, Kirchenpflegepräsident

Von diesen Komplikationen sei auch Marianna Stauber betroffen gewesen, die als Personalverantwortliche für die Löhne der Angestellten zuständig war. «Eine schwierige Situation für eine neu gewählte Kirchenpflegerin», fasst Josef Annen zusammen. Er hat das Ressort Personal nun ad interim übernommen.

Spannungen zwischen den Gremien

Ein weitaus grösseres Problem seien jedoch die Konflike, welche durch das duale System in der Katholischen Kirche ausgelöst werden, und die unter anderem zum Rücktritt von Marianna Stauber geführt haben (siehe Box). So gebe es seit längerer Zeit Spannungen zwischen der Pfarrei und der Kirchenpflege. 

Die unterschiedlichen Vorstellungen über die Zusammenarbeit und die daraus resultierenden Differenzen seien der Kirchenpflege bewusst und sie nehme sie sehr ernst. «Wir sind selber noch auf der Suche nach der genauen Ursache», sagt Annen, der nicht auf Einzelheiten eingehen will. Nun habe man sich aber entschieden, die Unterstützung einer aussenstehenden Fachperson beizuziehen, um eine einvernehmliche Verbesserung anzustreben. «Vielleicht kann diese Person uns auch bei einzelnen offenen Fragen im Zusammenhang mit dem DLZ etwas unter die Arme greifen.»

Das duale System in der Katholischen Kirche

Im Kanton Zürich, wie in vielen Kantonen der Schweiz, kennt die Katholische Kirche parallel zur kirchlichen Organisation staatskirchenrechtliche Organe. Auf Ebene der Pfarrei ist es die Kirchgemeinde. Die Pfarrei ist für die Entfaltung des lokalen kirchlichen Lebens zuständig (Verkündung, Liturgie und Seelsorge), die Kirchgemeinde für die notwendigen materiellen Voraussetzungen (Finanzen, Administration und Infrastruktur). 

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