Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Politik

«Die Konflikte haben zugenommen»

Das dualen System der Katholischen Kirche führt immer wieder zu Konflikten. Aschi Rutz, Informationsbeauftragter des Synodalrates, macht eine Einordnung.

Das duale System der Katholischen Kirchen ist auch für manchen Kirchenpfleger eine grosse Herausforderung.

(Archivfoto: Nicolas Zonvi)

«Die Konflikte haben zugenommen»

Herr Rutz, in der Kirchgemeinde Pfäffikon gibt es Differenzen zwischen Pfarrei und Kirchenpflege – den beiden Playern, die im dualen System zusammenspielen müssen. Inwiefern sind Synode und das Generalvikariat in solche Prozesse eingebunden?
Aschi Rutz: Grundsätzlich sind alle Kirchgemeinden eigenständig. Natürlich haben Generalvikar und Synodalrat ein Interesse, über Probleme Bescheid zu wissen, doch in allem was über die Kirchenordnung und das Kirchengesetz hinausgeht, sind die Gemeinden autonom. Wir bieten jedoch Kurse an, in denen Gemeindeberater und Juristinnen über das duale System inklusive seiner Herausforderungen informieren. Noch sind solche Kurse freiwillig, doch es wäre eine Überlegung wert, diese als obligatorisch zu erklären. 

Das duale System ist keine neue Organisationsform, bereits seit 1963 arbeiten Pfarreien und Kirchenpflegen nach diesen Strukturen zusammen. Waren die Probleme schon immer da?
Ob die Zusammenarbeit klappt, hängt von den involvierten Personen ab. Das Zauberwort heisst Einvernehmlichkeit – doch diese wird von jedem anders interpretiert. Es müssen zwei Gremien mit unterschiedlichen Aufgaben und Verantwortlichkeiten für ein Ganzes arbeiten, das nur miteinander funktionieren kann . Das kann schnell zu einem Kompetenzgerangel führen. Von Seiten mancher Kirchenpflege hört man dann Argumente in Richtung «wer Geld hat, befiehlt», gleichzeitig fühlen sich Vertreter der Pfarreien näher am Glauben und sehen darin mehr gegebene Macht.  Solche Konflikte hat es schon früher gegeben, doch in den letzten Jahrzehnten haben sie deutlich zugenommen. 

Auf was führen Sie diese Zunahme zurück?
Es kommen vermehrt Priester oder Pastoralassistenten aus dem Ausland zu uns. Da das duale System weltweit einzigartig ist, und nicht einmal in der ganzen Schweiz die Praxis, müssen sich Personen aus dem Ausland erst daran gewöhnen. Doch viele haben klare Vorstellungen aus ihren Heimatländern und tun sich schwer damit, nicht mehr alleine das Sagen zu haben. Das gilt speziell für Priester und Missionare aus dem innerkirchlichen Bereich oder Missionare, die sich nicht reinreden lassen wollen – vor allem nicht von in ihren Augen weniger qualifizierten Laien.  Aber auch viele Kirchenpfleger haben wenig Ahnung vom dualen System.

Wie viel Spielraum haben Pfarrei und Kirchenpflege, ihren eigenen Weg im dualen System zu finden?
Erst mal müssen beide Seiten ihre Kompetenzen klar kennen. Und dann ist es wie in jeder Paarbeziehung, man muss die Positionen aushandeln und einen Weg finden, der für beide passt. Die Beziehung kann auch funktionieren, wenn eine Seite dominierender ist – solange es für die andere stimmt. Es gibt Kirchgemeinden, in denen zum Beispiel der Pfarrer viele Arbeiten der Kirchenpflege übernimmt, und das klappt wunderbar.  In anderen gibt eher die Kirchenpflege den Ton an. Der Spielraum ist also da. Einiges ist jedoch nicht verhandelbar. So erfolgt etwa die Wahl und Einsetzung eines neuen Pfarrers durch die Mitglieder einerseits und mit der Beauftragung –  der Missio  –  des Bischofs andererseits. Wenn dieses Zusammenspiel nicht funktioniert, dann hat die ganze Kirchgemeinde ein Problem .

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns