Ausliker bekommen besseren S3-Anschluss
Das Wichtigste in Kürze
- Seit der Fahrplanumstellung im Dezember 2018 hat die Buslinie 859 einen schlechteren Anschluss an die S3 in Pfäffikon
- Drei Ausliker wollten die Änderungen mithilfe einer Petition rückgängig machen
- Nun liegt die Antwort des Gemeinderates vor
322 Unterschriften haben die Ausliker Katharina Wüst, Patrick Trümpler und Stephan Volkmar, Präsident des Dorfvereins Auslikon-Balm, in einer Petition gesammelt und Ende März an den Leiter des Pfäffiker Bauamtes René Iten übergeben. Darin forderten sie, dass der Fahrplan der Buslinie 859 angepasst wird, damit Reisenden von Auslikon zum Pfäffiker Bahnhof der Anschluss an die S3 gesichert wird.
Die Umsteigezeit ist seit dem Fahrplanwechsel im Dezember derart knapp bemessen, dass Pendler regelmässig einen Sprint zurücklegen müssen, um den Zug nicht zu verpassen. Zudem forderten sie den letzten Kurs am Abend nach dessen Streichung wieder zurück (wir berichteten).
Nun hat der Pfäffiker Gemeinderat die Petition beantwortet. Er habe die eingereichten Begehren im Rahmen der öffentlichen Auflage des Verbundfahrplanprojekts 2020-2021 an die zuständigen Stellen weitergeleitet und sie an der regionalen Verkehrskonferenz vertreten und unterstützt.
Sprint sollte entfallen
Der neue Fahrplan hält für die Ausliker nun eine gute und eine schlechte Nachricht bereit. Einerseits werden die Abfahrten der Kurse ab Wetzikon um eine Minute vorverlegt, damit die Anschlüsse an die S3 am Bahnhof Pfäffikon sichergestellt werden können.
Die Abfahrtszeiten waren mit dem Fahrplanwechsel im letzten Dezember aufgrund eines Engpasses in Effretikon um zwei Minuten vorverschoben worden, ohne den Fahrplan der Buslinie 859 entsprechend anzupassen. Mit dem neuen Fahrplan sollte der Sprint vom Bus auf den abfahrenden Zug entfallen.
Der gestrichene Abendkurs – 19.36 Uhr ab Bahnhof Pfäffikon – wird jedoch nicht zurückkehren. «Der ZVV ist aufgrund der tiefen Fahrgastfrequenz nicht bereit, den letzten Abendkurs wieder einzuführen», schreibt der Gemeinderat in seiner Antwort.
Somit bleibe nur die Möglichkeit, den Abendkurs über einen erneuten Versuchsbetrieb zu erhalten. Dies würde aber bedeuten, dass die Gemeinde mit dem ZVV einen entsprechenden Vertrag aushandelt und sämtliche Kosten trägt.
«Der Gemeinderat hat sich für die billige Lösung entschieden.»
Katharina Wüst
«Der Bauvorstand hat beim ZVV dahin gewirkt, dass der Entscheid zum Verzicht auf den Abendkurs revidiert wird», schreibt der Gemeinderat in seiner Antwort. Dies sei leider nicht gelungen. Er sehe «aufgrund der aktuell sehr angespannten finanziellen Situation der Gemeinde» aber keine Möglichkeit, dass erneut Kosten eines Versuchsbetriebes für den gestrichenen Abendkurs übernommen werden (siehe Box).
Der Gemeinderat werde sich aber weiter dafür einsetzen, dass der Fahrplan der Linie 859 durch den ZVV wieder ausgedehnt wird.
Bereits für das Jahr 2018 hatte sich die Gemeinde Pfäffikon mit 160’000 Franken am Betrieb der Buslinie beteiligt. Dies, weil der Vertrag für den Versuchsbetrieb auf Ende Dezember 2017 befristet war. Da sich jedoch reale Chancen für eine Übernahme der Buslinie ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2018 abgezeichnet hatten, übernahmen die betroffenen Gemeinden Pfäffikon, Wetzikon und Hittnau die Kosten für den Weiterbetrieb um ein Jahr.
Da die Fahrgastzahlen jedoch nur zu den Hauptverkehrszeiten befriedigende Resultate aufgewiesen hatten und die Mittagskurse ungenügend ausgelastet waren, wurde bereits im letzten Jahr auf die Weiterführung der Mittagsfahrten verzichtet. Mit diesem Wegfall konnten auch die Kosten um rund 20 Prozent gesenkt werden und der Pfäffiker Anteil betrug statt bisher 198’000 Franken pro Jahr noch 160’000 Franken.
«Schade.» So laute der Tenor in Auslikon, sagt die enttäuschte Petentin Katharina Wüst. «Schön, wird der Anschluss an die S3 verbessert, aber erwischt haben wir diesen ja auch vorher meistens.» Wichtiger wäre ihr gewesen, dass der Abendkurs zurückkehrt.
«Wer diesen nicht mehr erwischt, muss bereits am Morgen mit dem Auto zum Bahnhof fahren, um am Abend wieder nach Hause fahren zu können.» Die Folge davon sei ein Rückgang der Fahrgastzahlen am Morgen – ein Teufelskreis.
Das Argument der finanziellen Lage sieht Wüst kritisch. «Für so einen Service sollte eine Gemeinde Geld in die Hand nehmen. Doch der Gemeinderat hat sich für die billige Lösung entschieden.»
