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«Die Signalisation ist unzulässig und normwidrig»

Die Liste der Forderungen rund um die Zukunft der Badi Auslikon ist lang, die Interessenvertreter breit gestreut. Nun reiht sich eine weitere Petition in die Liste der Vorstösse ein.

Bernhard Huber setzt sich für eine Verkehrsberuhigung und die Bewirtschaftung der Ausliker Parkplätze ein. , Mit der Einführung von Parkgebühren erhofft er sich, Anreize zu schaffen, mit dem Velo oder zu Fuss anzureisen. , Die Strandbadstrasse zwischen Auslikon und der Badi entspreche zudem nicht den Normen. , Dies führe zu gefährlichen Situationen zwischen den Verkehrsteilnehmern. , Darum fordert er eine Temporeduktion auf 30 Stundenkilometer im betroffenen Abschnitt.

Seraina Boner

«Die Signalisation ist unzulässig und normwidrig»

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Kanton arbeitet am Konzept «Mobilität und Umwelt Pfäffikersee», das auch Auswirkungen auf die Badi Auslikon haben dürfte
  • Die FDP Wetzikon und die Pfäffiker Grünen streiten sich, wie das zukünftige Verkehrskonzept aussehen soll
  • Nun hat der Pfäffiker Bernhard Huber eine Petition eingereicht, die Zufahrt und Parkplätze betrifft

Die Wetziker FDP will die Zufahrt zur Badi Auslikon sicherstellen, den Campingplatz aufwerten und setzt sich zudem für ausreichend Parkplätze ein. Eine entsprechende Petition wurde Anfang Juni dem Wetziker Stadtrat übergeben. Die Pfäffiker Grünen wiederum sprachen sich kurz darauf für eine Sperrung der Zugangsstrasse von Pfäffiker Seite und die Aufhebung eines Grossteils der Parkplätze aus. Hintergrund ist das Konzept «Mobilität und Umwelt Pfäffikersee», mit dem der Kanton rund um den See verschiedene Verkehrsprojekte koordinieren will und das er derzeit gemeinsam mit den Anrainergemeinden ausarbeitet (wir berichteten).

Nun schaltet sich ein Dritter ein. Bernhard Huber hat letzte Woche eine Petition beim Pfäffiker Gemeinderat eingereicht, in der er eine Temporeduktion auf der Ausliker Strandbadstrasse auf maximal 30 Kilometer pro Stunde und eine Bewirtschaftung der Parkplätze fordert.  Der Pfäffiker ist zwar seit vielen Jahren Vorstandsmitglied der Vereinigung Pro Pfäffikersee (VPP). Er betont jedoch, dass er die Petition «als Stimmbürger und nicht im Namen der VPP» eingereicht habe. Rückhalt erhält er trotzdem aus Naturschützerkreisen: Elf Mitunterzeichnende stützen seine Forderungen.

Falsches Signal

«Derzeit darf auf der 3,1 bis 3,4 Meter breiten und teils unübersichtlichen Strandbadstrasse Ausgangs Dorf Auslikon bis zum Pfäffiker Parkplatz beim Strandbad bis zu 80 Kilometer pro Stunde gefahren werden», schreibt Huber in seiner Petition. Die Verkehrssicherheit für Fussgänger und Velofahrer sei «ziemlich prekär» und darum unbefriedigend. Bei der heutigen Signalisation könne nicht davon ausgegangen werden, dass sich jeder Autofahrer vernünftig verhalte und seine Geschwindigkeit den Verhältnissen anpasse.

Besonders an Ortsunkundige sende die Tafel am Dorfausgang mit der Aufhebung der 50 Kilometer pro Stunde ein falsches Signal. «Auch ist es unangebracht, dass innerhalb eines Naturschutzgebietes von nationaler Bedeutung auf einer derart schmalen Strasse mit nur wenigen Ausweichstellen für das Kreuzen von Autos mit einer derart hohen Geschwindigkeit gefahren werden darf», schreibt er weiter.

Zwar habe er noch von keinem Unfall auf diesem Strassenabschnitt gehört, jedoch schon einige Situationen beobachtet, bei denen sogar Velofahrer absteigen mussten, um einem entgegenkommenden Auto auszuweichen.

Laut einem Faktenblatt, das in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Strassen (Astra) herausgegeben wurde, beträgt die Mindestbreite für eine Erschliessungsstrasse, die mit 30 Kilometer pro Stunde befahren werden darf, bereits 4,4 Meter. «Die derzeitige Geschwindigkeitssignalisation ist daher als unzulässig und bezüglich Strassenbenutzung normwidrig zu beurteilen.» Trotzdem sei das Ziel seiner Petition nicht, die Strasse komplett zu sperren, sondern eine Tempo-30-Limite einzuführen.

Druck auf Stadt Wetzikon

Weiter setzt sich der Pfäffiker für eine Bewirtschaftung der Autoabstellplätze auf dem Parkplatz auf Pfäffiker Seite ein. Dieser ist seit je her gratis benutzbar – was nicht mehr zeitgemäss sei. Mit der Einführung von Parkplatzgebühren erhofft er sich einen Anreiz für Badegäste und andere Erholungssuchende am Pfäffikersee , mit dem Velo oder zu Fuss anzureisen. «Gleichzeitig werden gleich lange Spiesse geschaffen zwischen den Parkplätzen der drei Strandbäder Auslikon, Baumen und Seegräben.»

Da der Parkplatz auf Pfäffiker Gemeindegebiet vom Kanton betrieben wird, soll sich der Gemeinderat für die Einführung von Parkgebühren einsetzen. «Somit soll auch der Druck auf die Stadt Wetzikon steigen, ebenfalls auf ihrem Parkplatz auf der anderen Seite der Badi Auslikon Parkgebühren einzuführen.»

«Verbreiterung steht nicht zur Diskussion»

Obwohl Bernhard Hubers Petition sich in vielen Punkten mit den Forderungen der Pfäffiker Grünen vom Juni überschneidet, will er sie nicht als Grundlage für seine Petition verstanden haben. «Momentan warten wir alle noch auf das Mobilitäts- und Umweltkonzept des Kantons. Solch weitergehende Forderungen wie etwa die komplette Sperrung der Strandbadstrasse halte ich derzeit sowieso für chancenlos.» Doch da sich die Strasse im Eigentum der Gemeinde Pfäffikon befindet, könne der Gemeinderat die Änderung der Signalisation selber in die Hand nehmen.

Dass die Breite der Strandbadstrasse tatsächlich nicht der Norm entspreche, bestätigt Gemeindeschreiber Hanspeter Thoma auf Anfrage. «Da sich die Strasse im Naturschutzgebiet befindet, steht eine Verbreiterung aber nicht zur Diskussion.» Zwar sei die Strandbadstrasse eine Gemeindestrasse, doch müsse der Gemeinderat bei Signalisationsänderungen, wie etwa der Einführung einer Tempo-30-Zone, genauso beim Kanton – genauer gesagt bei der  Polizei  –  vorstellig werden, wie bei einer etwaigen Bewirtschaftung des Parkplatzes. «Das Sagen im Pfäffikersee-Schutzgebiet hat ohnehin die kantonale Baudirektion», führt Thoma aus.

Grundsätzlich sei es aber rechtlich einfacher, eine 30er-Zone einzuführen als ein Gebührensystem auf dem Parkplatz. Bevor konkrete Aussagen gemacht werden können, müsse der Pfäffiker Gemeinderat die geforderten Massnahmen prüfen und nimmt innert sechst Monaten zur Petition Stellung.

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