Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Politik

Tofu-Ananas-Spötter und die edle Version des Chicken Nugget

Seit 175 Jahren wird im Ausliker Restaurant Sonne gewirtet. Kurz vor der Jubiläumsfeier haben fünf hungrige Redaktoren die Speisekarte getestet.

Gastgeberin Marina Cetinel und Liegenschaftsbesitzer Peter Näf führen das Ausliker Restaurant Sonne., Hoch im Kurs stehen die Cordon-Bleus in verschiedenen Variationen. , Doch auch leichte Küche und vegetarische Optionen werden angeboten.

Christian Merz

Tofu-Ananas-Spötter und die edle Version des Chicken Nugget

Die «Sonne» in Auslikon hat in den letzten Jahren einige Veränderungen und Pächterwechsel erlebt. Seit Frühling 2018 hat nun Liegenschaftsbesitzer Peter Näf das Ruder selber in der Hand. Gemeinsam mit Gastgeberin Marina Cetinel führt er somit die mittlerweile 175-jährige Geschichte des Restaurants weiter. Am Wochenende wird das Jubiläum mit Ansprachen und Musik gefeiert (siehe Box).

Vorfreude auf die Cordon-Bleus

Dass ein Traditionslokal wie die «Sonne» auf gutbürgerliche Küche setzt, versteht sich von selbst – auf der Speisekarte dominieren Fleisch und Kartoffeln, dunkle Holzelemente im Speisesaal und das Aromat auf dem Tisch passen ins Gesamtbild. Gleichzeitig gibt sich die «Sonne» zeitgemäss, trotz breiter Fleischauswahl ist eine ganze Seite des Menüs vegetarischen Gerichten gewidmet. Passend zur Saison gibt es drei Sommerkarten: Eine allgemein Speisekarte, eine für Fleisch vom heissen Stein und eine für Sommerdesserts.

175 Jahre «Sonne» Auslikon
Am Samstag, 31. August,wird in der «Sonne» an der Pfäffikerstrasse 11 in Auslikon das 175-jährige Bestehen des Restaurants gefeiert. Ab 11 Uhr gibt es gratis Bier und Mineral inklusive Wurst vom Grill. Um 13 Uhr hält der Männerchor Pfäffikon ein Ständchen, darauf folgt eine Ansprache von Roger Strebel und weitere musikalische Unterhaltung. 

 

Obwohl spezielle Mittagsmenüs zu einem günstigen Preis angeboten werden, kann man auch von der Karte bestellen. Dessert gibt es allerdings nur am Freitagmittag, wie unser Tross hungriger Redaktoren, die sich auf einen währschaften Zmittag freuen, leicht enttäuscht feststellen muss. Wir haben uns bereits im Vorfeld durch die online aufgeschalteten Speisekarten gewühlt und unsere Favoriten erkoren. Ganz oben auf dem Wunschzettel stehen die Cordon-Bleus.

Die beiden Herren in der Runde entscheiden sich für das klassische Cordon-Bleu «Sonne», gefüllt mit Appenzellerkäse und Mostbröckli (29 Fr.) – auf sportlich-bewussten Wunsch als Fitnessteller statt mit Gemüse und Pommes. Mich lacht zwar das Cordon-Bleu «Hawaii», gefüllt mit Greyerzer, Ananas und Schinken (29.50 Fr.) von der Sommerkarte an, doch habe ich in letzter Zeit schon genügend spöttische Kommentare über meine Liebe zur umstrittenen Pizza Hawaii über mich ergehen lassen müssen, sodass ich mich ebenfalls figurbewusst gegen eine weitere Runde Beleidigungen und für die «Salatschüssel Sonne» (24.50 Fr.) entscheide.

Sparen bei der Garnitur

Die Kollegin zu meiner Linken hat dermassen Hunger, dass sie neben dem kleinen Salat, der zu ihrem Mittagsmenü gehört, gleich noch eine Tomatencremesuppe (9.50 Fr.) bestellt. Eine gute Wahl, wie sich nach dem ersten Löffel herausstellt. Der Tomatengeschmack ist intensiv und die Gewürze runden die Sache wunderbar ab. Meine kleine Tagessuppe mit Lauch (4.50 Fr.) sieht daneben etwas traurig aus. Für eine Garnitur hat es scheinbar nicht gereicht. Doch da die hungrige Kollegin die Rahmhaube auf ihrer Tomatensuppe verschmäht, erbe ich den cremigen Klecks inklusive Peterli dankbar.

Salat und Tomatensuppe… src=”https://d2e1s0mc2ui2l2.cloudfront.net/zom/archiv/media/2019/08/29/whatsapp_image_2019-08-28_at_14.24.10.jpeg?h=05826d76&itok=udbraclt” width=”994″ height=”559″ alt=”… im vergleich zur lauchsuppe. ” class=”no-tts image-style-np8-full” /> … im Vergleich zur Lauchsuppe.

src=”https://d2e1s0mc2ucloudfront.net/zom/archiv/media/2019/08/29/whatsapp_image_2019-08-28_at_13.20.34.jpeg?itok=jrzsxntu” width=”994″ height=”559″ alt=”salat und tomatensuppe…” class=”no-tts image-style-np8-full” /> Salat und Tomatensuppe…

… im Vergleich zur Lauchsuppe.

Die fünfte in der Runde freut sich derweil über das Arrangement ihres Salates, der zwar zu ihrer Hauptspeise gehören würde, auf Wunsch jedoch schon vorab serviert wird. Von Peperoni über Rüebli, Mais, Gurken, Tomaten und Blattsalat sowie hartgekochtem Ei ist auf dem Teller alles zu finden – sowie die Salatsauce separat im Schüsseli, was besonders gut ankommt.

Obwohl die Ananas-Diskussion verhindert werden konnte, drehen die fleischbesessenen Spötter nun bei ihrer vegetarischen Wahl auf. Mit köstlich marinierten Tofu-Pilz-Spiessen von der Vegikarte (24.50 Fr.) wollte sie die Kritiker in die Schranken weisen. Als die Hauptspeisen serviert werden, folgt bei ihr jedoch die Ernüchterung. Der Star auf dem Teller ist nicht das Tofuspiessli, sondern der Schnittlauchreis. Der grösste Tofu-Ananas-Kritiker der Runde ist aber sowieso abgelenkt von seinem Cordon-Bleu, das er genüsslich verputzt. Seiner Meinung nach hätte das Fleisch-Salat-Verhältnis auf dem Teller mehr zugunsten des Cordon-Bleu ausfallen können. Der Kollege, der ebenfalls mehr von der panierten Kreation hätte verputzen können, streicht jedoch die eingeklemmten Mostbröckli und die Panade hervor.

Paniertechnisch schwebe auch ich im siebten Himmel. In meiner Salatschüssel kuscheln sich Salat, Parmesanspäne, Speck und Tortillachips an Pouletbruststreifen in Knusperpanade. Und für diese scheint nicht herkömmliches Paniermehl verwendet, sondern die japanische Variante, auch bekannt als Panko. Daraus ergibt sich eine Art Chicken Nugget 2.0, von denen ich gerne jetzt einen ganzen Topf voll verdrücken würde. Fest steht: Die Fleischgerichte in der «Sonne» machen alle Lust auf mehr.

So auch das Tagesmenü der Kollegin, die vorhin die zwei Vorspeisen verputzt hatte. Ihr Schweinshalsbraten an Kräuterjus mit Pilzrisotto und Mandeln («Wochenhit» für 19.50 Fr.) überzeugt auf  ganzer Linie: Das Fleisch ist auf den Punkt gebraten, die Sauce intensiv im Geschmack. Nur das Risotto hätte noch etwas «pilziger» sein dürfen.

Ein bisschen mehr von allem – die Augen der Redaktoren waren in diesem Fall grösser als der Magen. Gut gefüllt machen wir uns nach einem Kaffee wieder auf den Weg zurück in die Redaktion. Das Cordon-Bleu «Hawaii» gönne ich mir das nächste Mal. Ohne Störenfriede.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns